Völkerwanderung zur Kastelburg
Waldkirch (db). Mit dem Ritterfest am letzten Sonntag feierte die Stadt Waldkirch die ungeduldig erwartete Neugestaltung des Ritterwegs und die neuen Hörstationen auf dem Weg zur Kastelburg.
Die Neugestaltung des Ritterwegs wurde erst durch eine umfangreiche Förderung des Naturparks Südschwarzwald sowie durch das große ehrenamtliche Engagement der Ritter-Patinnen und -Paten in Zeiten knapper Kassen ermöglicht. Die Schilder wurden erneuert und die Ritterfiguren erstrahlen in neuem Glanz.
Ehrenamtlicher EinsatzDer Pavillon am Ritterweg (Joos & Rau-Hütte) konnte dank einer großzügigen Jubiläums-Spende des Heimat- und Geschichtsvereins komplett renoviert und von Grund auf neu gestaltet werden. Der Forst sorgte für den Freischnitt und damit eine herrliche Aussicht auf Waldkirch. Auch die sechs neuen Hörstationen auf der Kastelburg in deutscher, englischer und französischer Sprache sind durch das Engagement vieler Beteiligter entstanden: Mitglieder der Schauspielgruppe „Mit dem Türmer auf die Kastelburg“ haben die Audiobeiträge eingesprochen, finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Heimat- und Geschichtsverein. Für die Stadt hielt Silke Duijkers die Fäden in der Hand.
Pavillon in neuem GlanzZum Auftakt trafen sich alle geladenen Gäste zu einem gemeinsamen Spaziergang über den neu gestalten Ritterweh hinauf zur Kastelburg. Szenisch begleitet wurde der Spaziergang in gewohnter Form von Thomas und Barbara Kern. Später wurde der komplett renovierte Pavillon vom Heimat- und Geschichtsverein symbolisch an die Stadt Waldkirch übergeben. Vorsitzende Michael Behringer erinnerte an unzählige (ehrenamtliche) Arbeitsstunden der Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins, der angegliederten Projektgruppe „Kastelburg in Not“ sowie der „Waldkircher Burghexen“. Eine Tafel an der Decke des Pavillons erzählt die Geschichte seit 1855. Schmieder und er dankten allen Beteiligten für den großartigen Einsatz.
Oben angekommen wurde das Ritterfest durch OB Schmieder unter Mitwirkung einer Abordnung des Fanfarenzuges Schwarzenberger Herolde offiziell eröffnet. Auf der Burg wartete ein buntes Programm mit Mittelalterlager (u.a. „Bunter Haufen“ und Oberwindemer Aufgebot von 1633“), Turmführungen, Mitmachständen, Musik (u.a. „s´Lumpengesindel“), Infostände von „Kastelburg in Not“ und des Heimat- und Geschichtsvereins, Kinderprogramm sowie Speis und Trank durch die Burghexen.
Ursula Querfurth hatte die IdeeSchmieder stellte bei der Begrüßung im Burghof nochmals das Gesamtprojekt im Detail vor, dankte allen Helfern, Unterstützern, Sponsoren und Paten und würdigte vor allem das unermüdliche Engagement von Alt-Stadträtin Ursula Querfurth. Als „Gründungsmutter“ habe sie vor 23 Jahren die visionäre Idee eines Ritterwehes für Kinder gehabt, so Kern. Sie sei der „Inbegriff einer engagierten Bürgerin“, zitierte der OB den früheren Europaminister Friedrich, der Querfurth 2015 das Verdienstkreuz am Bande verlieh. Sie selbst fasste die Vorgeschichte, die Idee, den Prozess und die Umsetzung nochmals ganz persönlich zusammen. Sie persönlich ist auch Patin für die Quizstation mit Ute von Schwarzenberg am Ende des Ritterweges.
Zur Mittagszeit erlebte das Ritterfest schließlich eine wahre Völkerwanderung. Der Andrang übertraf bei herrlichem Spätsommerwetter alle Erwartungen und auch der Shuttlebus wurde gut angenommen. Leider erschwerten die vielen geparkten Autos den Weg hinauf zur BDH-Klinik. Der einzige Schönheitsfehler an einem rundum gelungenen Burg-Sonntag.
