Neues Quartier mit „Grünem Foyer“: So könnte der Emmendinger Festplatz künftig aussehen
Die Stadt Emmendingen will den Festplatz umgestalten. Die graue Parkfläche soll in ein neues urbanes Quartier verwandelt werden. Wie dieses künftig aussehen könnte, zeigt nun der Siegerentwurf aus dem dafür ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerb.
Am 30. September hatte das 15-köpfige Preisgericht zehn Stunden lang in der Steinhalle getagt. Dem Gremium gehörten neben Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur und Städteplanung auch Oberbürgermeister Stefan Schlatterer und sechs Mitglieder des Stadtrats an. Aus den 22 eingegangenen Entwürfen kürte die Jury schließlich den Sieger. Auf den ersten Platz wählte sie die gemeinsame Ausarbeitung des Architekturbüros Teleinternetcafe aus Berlin und des Landschaftsarchitekturbüros Treibhaus aus Hamburg.
Der Entwurf sieht entlang der B3 eine Wohnbebauung mit vier- bis sechsgeschossigen Laubenganghäusern vor. An der Ecke beim Kaufland ist zudem ein Parkhaus mit 300 Stellplätzen geplant. Inmitten des Quartiers sollen drei Punkthäuser, die eine Kita beherbergen, den Übergang zum „Grünen Foyer“ bilden. Der durchgängige und von Bestandsbäumen gesäumte Grünzug soll künftig das Entrée zur Innenstadt bilden. Auch der Radschnellweg soll dort entlanggeführt werden. Vor der Freiburger Brücke ist zudem ein Kreisverkehr geplant.
„Wichtig war uns, dass der Entwurf zu Emmendingen passt“, sagte OB Stefan Schlatterer bei der Vorstellung des Siegerentwurfs am gestrigen Dienstagnachmittag. Kriterien seien laut Schlatterer ein stimmiges Quartier, die schlüssige Positionierung des Parkhauses, die lärmschutztechnische Abgrenzung zur B3, die Integration des Radschnellwegs und die Schaffung von neuem Wohnraum gewesen. Auf Letzteren lege der Stadtrat derzeit großen Wert. Tatsächlich sehe das Quartier rund 220 neue Wohneinheiten vor.
Zu dem Termin waren auch Sina Schröder (Treibhaus) und Andreas Krauth (Teleinternetcafe) eingeladen. Gemeinsam mit Dorit Traeger und Frau Weber aus der Stadtplanung sprach das Sieger-Duo über das weitere Vorgehen. „Der Entwurf ist ein erster Schritt“, erklärte Bau-Fachbereichsleiter Tobias de Haen. Die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung – nämlich Wohnraum, klimafreundliches Bauen und Verkehrsführung – seien darin eingeflossen. Nun werde die Ausarbeitung dem Stadtrat vorgelegt. Ziel sei es, daraus eine Rahmenplanung zu erstellen.
„Auch wenn irgendwo am Horizont das Wehrle-Werk-Areal aufleuchtet, der Festplatz ist derzeit unser zentrales Stadtentwicklungsprojekt, da die Fläche der Stadt gehört und wir dadurch einen direkten Zugriff haben“, hob de Haen noch einmal die Bedeutung des Quartiers hervor. Interessant: Seit gestern können alle 22 eingereichten Entwürfe im Foyer des Rathauses besichtigt werden. Dabei gibt es nicht nur interessante Informationen, sondern auch maßstabsgetreue Modelle.
