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Trauer um Helga Stützle: Die „Hüterin“ des Anwesen Leonhardt ist mit 89 Jahren verstorben

Die Große Kreisstadt trauert um eine ihrer prägenden Persönlichkeiten: Am Freitag ist Helga Stützle im Alter von 89 Jahren verstorben. Mit Haltung, Herz und ihren eleganten Kopfbedeckungen hat sie das gesellschaftliche, kulturelle und kommunalpolitische Leben der Stadt über Jahrzehnte mitgeprägt.

„Mit Herz und Hut“ – so titelte das ET am 18. Juli 2018. Ein Foto zeigte eine Dame mit elegantem Sommerhut. Mit jugendlichem Lächeln hält sie stolz eine Silbermünze in die Kamera. Es war der Bericht über die Verleihung der Staufermedaille an Helga Stützle. Das Bild spiegelte wider, wie viele Emmendingen sie über die Jahrzehnte kennenlernen durften.

Untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist das Anwesen Leonhardt. Als um die Jahrtausendwende der Erhalt des Ackerbürgerhauses infrage stand, setzte sie sich mit Nachdruck für die Bewahrung des Ensembles ein. Ihrem Engagement und dem ihrer Mitstreiter ist es maßgeblich zu verdanken, dass das Anwesen erhalten blieb und sich zu einem kulturellen Treffpunkt im Herzen der Stadt entwickeln konnte. Im Verein zu seinem Erhalt und seiner Pflege wirkte Stützle zunächst als Schriftführerin, später als Vorsitzende.

Ihr ehrenamtliches Wirken reichte weit darüber hinaus. Drei Jahrzehnte lang engagierte sie sich im Vorstand von „Haus & Grund“, war stellvertretende Vorsitzende des Kulturkreises und Mitglied im Freundes- und Förderkreis des Kreiskrankenhauses. Von 2000 bis 2005 gehörte sie dem Emmendinger Stadtrat an. Auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lag ihr am Herzen: Bei den „Topfguckern“ kochte sie regelmäßig mit Schülerinnen und Schülern der Karl-Friedrich-Schule.

Besonders am Herzen lag ihr die unmittelbare Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie stand Familien in Not zur Seite, half bei der Arbeitssuche und kümmerte sich um Menschen am Rand der Gesellschaft. Sie begegnete allen auf Augenhöhe – und half, ohne großes Aufhebens darum zu machen. Für dieses langjährige Wirken wurde sie 2018 mit der Staufermedaille des Landes ausgezeichnet – als vierte Person aus Emmendingen überhaupt.

Bei der Verleihung sagte sie, sie habe sich nie gefragt, ob ihr Einsatz eine Ehrung verdiene; dankbar sei sie vielmehr für die vielen Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitet und unterstützt hätten. Mit Helga Stützle verliert Emmendingen nicht nur eine engagierte Bürgerin, die Verantwortung übernahm und ihre Heimatstadt über viele Jahre aktiv mitgestaltete, sondern auch ein echtes Original. Die „Lady mit dem Hut“ wird fehlen.

Text und Bild: Daniel Gorzalka