Die Endinger Bürgermeister-Kandidaten unter der Lupe
Endingen (heb). Wahrnehmungen und Einschätzungen über die Personen und ihre Ausführungen zur Amtsführung als Bürgermeister schildert nachfolgend für den Kaiserstühler Wochenbericht Heike Scheiding-Brode.
Tobias Metz
„Acht Themen im Fokus“ „Betreuung und Bildung“: Nirgendwo habe die Stadt seit 2019 mehr investiert als in Kindergärten und Schulen. Metz sprach auch die Investition von 22 Millionen Euro in den Schulcampus an. „Wohnraum schaffen“: Wie die Nahverdichtung am Beispiel Alte Lederfabrik oder ehemaliges Keller-Areal. „Unsere Gesellschaft wird älter“: Östlich von Vollherbst-Druck ist ein neues Altenpflegeheim geplant, der Friedhof soll einfacher begehbar werden. „Unsere Innenstadt soll ein Juwel bleiben“: Gemeinsam mit der G&H und den Gewerbetreibenden will Metz sich weiter für eine Innenstadt mit Strahlkraft einsetzen.
„Vorbereitet sein auf kritische Situationen“: Hier erläuterte Metz das Hochwasserschutz- Gesamtkonzept in Endingen und den Winzerdörfern, welche die Entwässerung der Mischkanalisation der Innenstadt mit umfasst, das neue Feuerwehrhaus auf dem jetzigen Firmengelände von Winterhalter, in dem auch das Rote Kreuz eine neue Bleibe bekommt.
„Sport und Ehrenamt“: „Ehrenamtliches Engagement ist der Kitt unserer Gesellschaft“, die Stadt solle dabei Partnerin der Vereine ein.
„Mobilität, Klima- und Naturschutz“: Durch weitere energetische Sanierungen, mehr Carsharing- Angebote, den neuen Fahrradweg zwischen Endingen und Königschaffhausen.
„Finanzielle Handlungsspielräume und eine moderne Verwaltung“: Nachhaltiges Wirtschaften, gutes Fördermittelmanagement und eine solide Haushaltspolitik sind Grundlagen für den langfristigen Erfolg.
Maurice Kunze
„Eine Woche mittendrin“„Bewährtes erhalten. Neues anpacken“, lautete das Motto von Kunze. „Wenn wir über die Zukunft unserer Stadt sprechen, hören wir häufig von Bauprojekten wie neue Feuerwehr, Schulsanierung, Straßen und Radwege“, sagte er. Das alles sei wichtig, gehöre für ihn als Fundament zur Grundversorgung. „Eine Vision beginnt für mich dort, wo wir über dieses Fundament hinausdenken.“ Er möchte eine Stadt, in der Zusammenhalt gelebt wird und Menschen ihre Ideen einbringen können. Kunze möchte in Endingen und den Winzerdörfern regelmäßige offene Bürgerrunden einrichten.
Er möchte als Bürgermeister regelmäßig Zeit im Arbeitsalltag der städtischen Einrichtungen verbringen. – einmal im Quartal beim Bauhof, in Kindergärten, Schulen oder sozialen Einrichtungen. „Wenn ich Bürgermeister werde, möchte ich 20 Prozent meiner Bürgermeistervergütung in einen neu zu gründenden, unabhängigen gemeinnützigen Förderverein geben. Damit sollen zusätzliche Projekte aus unserer Bürgerschaft möglich werden.“
Kunze will Endingen als Stadt für alle Lebensphasen betrachten. Vor allem möchte er, dass sich die Generationen nicht nur nebeneinander bewegen, sondern einander begegnen. Verantwortungsvolle Finanzpolitik bedeute für ihn, weder überall zu sparen noch Geld auszugeben, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Es bedeute, klare Prioritäten zu setzen, langfristig zu planen und vor allem weiterzudenken.
Andreas Andrick
„Das Miteinander und Füreinander stärken“ „Miteinander und füreinander in Endingen stärken, dafür bin ich motiviert“, führte Andrick aus, der „qualitatives Wachsen“ anstrebt und sich für einen Baustopp zugunsten eines guten Lebens vieler Menschen aussprach. Seine Herzensangelegenheit sei, dass sich die Generationen begegnen, dafür möchte er ein Generationen-Büro – ähnlich wie es Riegel hat – einrichten. Zudem sprach er sich für Bürgersprechstunden aus, „da kann man Ideen aufsaugen und die Bürger ermutigen, sich einzubringen.“
Schlüssige Konzepte für den Klimawandel, einen im Jahr 2024 verkehrsberuhigten Marktplatz mit drei großen Lindenbäumen und eine Aufenthaltsqualität mit Tischen, wie eine „shared space“ möchte er zudem realisieren. „Intelligenz muss angesiedelt werden“, so Andrick, der sich KI-Kinderlabore vorstellen könnte und die Millionenschulden der Stadt wieder zurückführen will.
Eine Bürgerstiftung mit einer Jokili-Abgabe möchte er einführen. „Veränderungen gehen nur miteinander“, sagte er. Und noch etwas war ihm wichtig: 2028 soll es ein „Festival Latina“ in Endingen geben.
