Femininer Schlagabtausch – Kriminalkomödie „Die acht Frauen“ feierte großartige Premiere
Waldkirch-Kollnau (db). Misstrauen, Intrigen, Verdächtigungen, Lügen, Hysterie, unerwartete Wendungen und ganz feine Ironie und Gesellschaftskritik – die französische Kriminalkomödie „Die acht Frauen“ von Robert Thomas feierte am letzten Samstagabend im nahezu ausverkauften Theater am Kastelberg eine begeisternde Premiere.
Regisseurin und Theatervereinsvorsitzende Ulrike Trescher ist es wieder einmal gelungen, einen abendfüllenden Theaterspaß auf die Bühne zu zaubern. Dabei herrschte eindeutiger Frauenüberschuss auf der Bühne, denn das Stück war ausschließlich dem achtköpfigen (verlogenen) Frauenkreis vorbehalten. Die männliche Stimme des offensichtlich ermordeten Hausherren Marcel, kam indes aus dem „Off“ (Alexander Schwarzkopf).
Weihnachten in einem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz. Doch die Familienidylle trügt. Der Hausherr wird vom Zimmermädchen (Jule Burst) offensichtlich tot aufgefunden. Da das Haus infolge von Schnee, durchschnittenen Telefonkabeln und den nicht funktionstüchtigen Autos von der Außenwelt abgeschnitten ist, gibt es quasi kein Entrinnen für die anwesende Familie. Langsam zieht sich die Schlaufe um den Hals zu. Die Situation ist hochgradig angespannt. Allmählich bröckeln die Fassaden der einzelnen Familienmitglieder und es tut sich ein Meer aus Lügen und abgründigen Geheimnissen auf. Keine vertraut mehr der anderen. Das Szenario auf der Bühne wird immer dichter, „befeuert“ durch die eindringliche Hintergrundmusik, das reduzierte Licht und das aufwendige Bühnenbild (Susanne Burger, Rüdiger Jobst-Schräder). Ein Bühnenstück, welches den Frauen ganz und gar das Spielfeld überlässt. Die Zuschauer werden unwillkürlich in das Stück hineingezogen. Leidenschaftlich, unberechenbar, nicht selten hysterisch, mitunter voller Widersprüche: Die unterschiedlichen Charaktere voller Zwänge und Neurosen wurden sehr fein und subtil herausgearbeitet.
Der feminine Schlagabtausch voller Szenenwechseln, schnellen Dialogen und jeder Menge Spannung, reißt die Besucher mit. Aus dem glänzend agierenden Ensemble ragten insbesondere Heike Drexler (Augustine) sowie Clarissa Kreutz (Susanne) heraus. Beide drücken dem Stück mit ihrer besonderen Ausstrahlung und Darstellungskunst ihren ganz eigenen Stempel auf. Nach dem donnernden Schlussapplaus bedankte sich die Regisseurin spürbar erleichtert und stolz bei allen Mitwirkenden auf sowie hinter der Bühne.
Weitere Aufführungen
Wie das kurzweilige Kriminalstück am Ende ausgeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Weitere Aufführungen sind u.a. am Freitag, 30. Oktober (20 Uhr), am Samstag, 7. November (20 Uhr) sowie am Sonntag, 8. November, 18 Uhr.
