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„Bollig stolz“ auf Jubiläumszunft

Nordweil (est). Höhepunkte über Höhepunkte kennzeichneten das 50-jährige Jubiläum der Bachdatscher. Narrenbaumstellen, Kinderumzug mit dem Narrensamen, Fackelumzug und Narrennestparty sowie deftiger Zunftmeisterempfang und schließlich der Jubiläumsumzug reihten sich am vergangenen Wochenende aneinander und überzogen das ganze Dorf mit glückseligem Narrenfieber.
Kaum ein paar Stunden Schlaf hatten die Organisatoren und manche Narren von befreundeten Zünften genossen, die schon am Samstag am närrischen Programm teilnahmen, als am Sonntagmorgen um 11.11 Uhr in der Alten Fabrik der Zunftmeisterempfang mit der Begrüßung durch „Narrevadder“ Patrick (Ottl) Götz eröffnet wurde. Rund 25 Zunftmeister und Anhang von Zünften aus der Nachbarschaft bis ins hinterste Elztal mit den Bergteufeln aus Oberprechtal oder den Geißenmeckerern aus Schonach, der Ortenau und dem Wiesental machten ihre Aufwartung, um Geburtstagsgrüße und passende Geschenke zu überreichen. Mit den Worten „ich bin bollenstolz“ überreichte Gudrun Reiner vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (V.O.N.) eine Jubiläumsurkunde zum 50. Geburtstag der Narrenzunft. Sie selbst erinnerte sich noch gut daran, als Maidle vor den russelnden Bachdatschern, die ihr Gesicht schwarz machen wollten, davongelaufen zu sein. Auch den Spruch „Bachdatscher, mit dem Lumpe, mach die alte Wiwer gumpe!“ hatte sie in diesem Zusammenhang noch parat.
Grußworte Schirmherr und Bürgermeister Dirk Schwier sowie Ortsvorsteher Daniel Reiner sprachen in ihren Grußworten in Verbindung mit dem Jubiläumsverein von Lebensfreude, närrischem Herzblut, seit 150 Jahren verwurzelt im Ort und dennoch weit in der Region bekannt. „Zu Recht als „immaterielles Kulturerbe“ der UNESCO 1925 ausgezeichnet.“ Als besonderes Geburtstagsgeschenk konnte Schwier die sichere Wasserversorgung des ehemals wasserlaunischen Narrenbrunnens verkünden. Außerdem hatte er ein Originalbild des Bachdatscherhäs von 1976, nach dem Entwurf von Klaus Eschbach, aus dem Dachboden-Dornröschenschlag gerissen und als Geburtstagsgeschenk wiederbelebt.
Ehrungen Fortsetzen konnte Gudrun Reiner ehrende Verleihungen vom V.O.N. in Form von Verbandsorden in Silber und Gold an sechs aktive Bachdatscher. Seit 1999 ist Anja Götz in der Bachdatscher-Zunft und seit 13 Jahren auch im Narrenrat. Als Musikerin hält sie alles am Laufen und bekam dafür anerkennend den Verbandsorden in Silber mit dazugehöriger Urkunde verliehen. Seit plus-minus 20 Jahre aktive Tätigkeit bei den Bachdatschern wurden Verbandsorden in Gold an Thomas Krumm – bezeichnet als Edelhelfer –, Armin Frank – unter anderem langjähriger Säckelmeister –, Andreas Götz – „Verstromer“ – und „als echter Narr seit 20 Jahren im Narrenrat“ Volker Kübler umgelegt. Harald Hensle hat seit 30 Jahren den Nordweiler Narrenverein „maßgeblich geprägt und erhielt dafür ebenfalls den goldenen Verbandsorden.
Gute-Laune-Musik verbreitete dazwischen eine Abteilung des Musikvereins, die auch sonst die närrischen Veranstaltungen der Bachdatscher musikalisch unterstützen, erwähnte Patrick Götz dankend. Kulinarisch gab es am Ende die Nordweiler Fasnetspezialität gekochte Sauschwänzle zu kosten, die es normalerweise am Fasnetmendig zu verspeisen gibt. Viele der Anwesenden tauschten sich noch über den vorigen Samstag aus, bei dem sowohl die Aufmerksamkeit für den Narrensamen im gesonderten Kinderumzug, der grandiose Fackelumzug und vor allem die Ballett-Darbietungen der Bachdatscher Mädels „Next Generation“ und einer weiteren Gruppe sowie auch der Bleichheimer Zynduss immer wieder besonders lobend erwähnt wurden.
Jubelumzug Das nicht allzu kalte, aber diesig trockene Wetter bildete den passenden Kontrast zu dem bunten Treiben beim Jubiläumsumzug. So begrüßten die Honoratioren des „V.O.N.“ und Narrevadder Patrick Götz als erstes die zahlreich vertretene Bachdatscher-Jubiläumsnarren, die den Umzug inklusive Musikkapelle anführten. Gesäumt von hunderten Zaungästen, die sich entlang der Umzugsstrecke verteilten und sich an den zahlreichen Buden der Nordweiler Vereine mit Essen und Trinken versorgen konnten. Ein besonderes Spektakel boten die Bergteufel aus Oberprechtal, bei denen schon die Jüngsten bewiesen, dass sie laute Knalltöne mit der Karbatsche zu erzeugen wissen. Die Patenzunft der Spitzbue aus Oberwinden dagegen setzten ihre rot-blauen oder rot-grünen Schirme auch als Kontaktwerkzeug unter dem Publikum gekonnt ein. 35 Narrenzünfte nahmen mit über 3.000 Narren am Jubiläumsumzug teil. Dazu sind noch 27 Musikkapellen zu rechnen. Zu jeder vorbeiflanierenden Zunft wussten die V.O.N. Moderatoren und Narrevadder Patrick Götz auf der Tribüne beim Narrenbrunnen das Gründungsjahr und die Besonderheiten zu benennen.
In der After-Umzugsparty klang das Jubiläumsspektakel rund um die Herrenberghalle fröhlich aus und lässt die Vorfreude auf den Schmutzige Dunschdig bis zum Fasnet-Zischdig, noch weiter ansteigen. Der weitere Narrenfahrplan ist auf der Homepage www.bachdatscher.com ersichtlich. In diesem Sinne ein dreifaches „Bach – Datscher!“