Einblicke in Geschichte, Kultur und Landschaft
Herbolzheim. Eine große Delegation mit knapp 170 Personen besuchte die französische Partnerstadt Sisteron in der Provence, um gemeinsam das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern.
Die Gastgeber des Comité de Jumelage hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das die Verbundenheit beider Städte eindrucksvoll sichtbar machte. Nach der Ankunft wurden die Gäste empfangen und ein Großteil der Gruppe von ihren Gastfamilien willkommen geheißen. Die Unterbringung bot sofort Gelegenheit, zu persönlichen Begegnungen, einem ersten Eintauchen in das provenzalische Alltagsleben und bestehende Verbindungen zu pflegen und zu vertiefen.
Der Freitag stand ganz im Zeichen des Entdeckens. Besichtigungen im Ort und Erkunden der näheren Umgebung gaben Einblicke in Geschichte, Kultur und Landschaft der Provence. Zur Mittagszeit organisierte das Comité de Jumelage ein Picknick, bei dem sich Gäste und Gastgeber in entspannter Atmosphäre austauschen konnten. Am Abend traf sich die gesamte Gruppe auf der Ferme de Chantereine. Die Fanfare du Boumas sorgte mit Musik und tänzerischen Darbietungen für eine fröhliche Stimmung. Foodtrucks boten eine große Auswahl an Speisen und Getränken, sodass alle bestens versorgt waren.
Markt und Altstadt Am Samstagvormittag bestand die Gelegenheit, den Wochenmarkt im Herzen der Altstadt zu besuchen. Danach fand im Garten vor dem Rathaus die feierliche Einweihung einer Skulptur statt, die im Auftrag der Stadt Sisteron eigens zum Jubiläum von einer Künstlerin deutscher Herkunft geschaffen wurde. Direkt daneben wurde das offizielle Gastgeschenk aus Herbolzheim, eine kunstvoll gefertigte Himmelsliege mit Gravur, überreicht. Ergänzend wurde durch Bürgermeister Thomas Gedemer ein Rosenstock überreicht, der symbolisch die Verbindung und den Austausch der Städte Herbolzheim und Sisteron darstellen soll. Diese eigens in der belgischen Partnerstadt von Brilon/Sauerland gezüchtete Rose, trägt den griechischen Namen Philia und will die Freundschaft innerhalb Europas zwischen den verschiedenen Städten zum Ausdruck bringen.
Sportlicher Austausch Am Nachmittag trafen sich die mitgereisten Tischtennisspieler zum Spiel mit ihren französischen Partnern. Dabei stand nicht der sportliche Erfolg im Vordergrund, sondern die Freude am gemeinsamen Hobby und der Austausch über Vereinsgrenzen hinweg.
Am späten Nachmittag gaben die Stadtmusik Herbolzheim und die Harmonie Sisteron ein gemeinsames Konzert im historischen Kreuzgang Saint Dominique. Am Abend folgte der offizielle Festakt. Stadtmusik, Harmonie und die Tanzgruppe der Fanfare du Boumas/Touristes des Alpes gestalteten die Feierlichkeiten musikalisch und tänzerisch. Zum Auftakt wurde den Anwesenden einen Film über die Geschichte des Comité de Jumelage vorgeführt. Der neue Bürgermeister, Jean-Pierre Templier, begrüßte die Gäste und zeigte sich erfreut über die große Delegation aus Herbolzheim.
Bürgermedaille für Baumann In diesem würdigen Rahmen wurde Hans Peter Baumann, langjähriger Vorsitzender des Bürgervereins zur Förderung von Städtefreundschaften mit der Bürgermedaille der Stadt Sisteron geehrt. Sichtlich überrascht und sehr bewegt nahm er die Auszeichnung stellvertretend für alle für die Partnerschaft Engagierten entgegen. Bürgermeister Gedemer würdigte in seiner Ansprache das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement, das die Grundlage der Städtepartnerschaft bildet. Er erinnerte an die vielen Verbindungen, die sich über die Jahre entwickelt haben – im Sport, in der Kultur und besonders auch zwischen den Feuerwehren, deren Freundschaft bereits vor der offiziellen Partnerschaft bestand.
Der Gemeinderat der Stadt Herbolzheim hat entschieden, drei engagierte Persönlichkeiten aus Sisteron mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Herbolzheim auszuzeichnen: Joseph Volpe, Pompiers Sisteron, langjähriger Kommandant und heute Ehrenkommandant der Feuerwehr, Jean François Lecomte, Vorsitzender des Comité de Jumelage sowie Martine Sadoch, ehemalige Vorsitzende und langjähriges engagiertes Mitglied im Comité de Jumelage.
Im weiteren Verlauf wurden feierlich die Partnerschaftsurkunden zur Bekräftigung und Vertiefung der Beziehungen durch die beiden Bürgermeister und Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine unterzeichnet.
Am Sonntag stand die Abreise auf dem Plan – mit Eindrücken eines ereignisreichen und schönen Wochenendes bei Freunden in der Provence, an das man sicherlich noch lange gerne zurückdenkt.
