Neues Rekordjahr an Einsätzen
Rheinhausen (slw). Die Feuerwehr blickt auf ein neues Rekordjahr an Einsätzen zurück. 75 Alarmierungen galt es zu bewältigen. Paul Ams wurde für 65 Jahre Feuerwehrdienst ausgezeichnet.
Die Palette an Herausforderungen wird immer breiter, ging Kommandant Thorsten Heckel auf die Ereignisse des vergangenen Jahres ein. Neben zehn Brandeinsätzen, 26 technischen Hilfeleistungen und 33 First-Responder-Beteiligungen galt es sechs Wasserrettungen auszuführen.
Rheinhausen genießt im nördlichen Breisgau mit seiner Schnelleinsatzgruppe ein Alleinstellungsmerkmal. Auf französischer Seite wurde die Wehranlage geöffnet, die Rheinstraße binnen Minuten unpassierbar. Trotzdem konnten die Wasserretter eine Person aus ihrer misslichen Lage unversehrt befreien. Glück hatte auch ein Motorradfahrer der wegen eines starken Unwetters zu Fall kam. Die Wassermassen rissen ihn mit. Sieben Einsatzkräfte fanden den Verunglückten und leiteten die Erstversorgung ein. Weniger erfolgreich war der Rettungseinsatz einer Person, die im Wyhler Badesee ertrank.
Drei Quereinsteiger Den Dienst rund um die Uhr leisten derzeit fünf Frauen und 45 Männer. 42 Übungseinheiten wurden absolviert, um Kenntnisse und Fähigkeiten zu intensivieren. Drei Quereinsteiger bessern die Mannschaftsstärke auf. Wichtige Fragen wurden in einem Zukunfts-Workshop behandelt. Die Quintessenz daraus: Es müssen genügend Einsatzkräfte ausgebildet sein. Bei der Förderung muss sich auch die Gemeinde etwas überlegen.
Mit der Indienstnahme des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF20, die Investitionskosten betrugen rund 600.000 Euro, ist die Wunschliste der Kommandantur nicht abgeschlossen. Fakt ist, so Heckel, die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren auf 4.500 angewachsen, das Gefahrenpotential dadurch angestiegen. Sieben neue Einrichtungen, Hotels und Firmen bringen neue Anforderungen an die Florianjünger mit sich.
Was macht der Nachwuchs? Behutsam wird der Nachwuchs an die erforderlichen Aufgaben der Wehr herangeführt. Schwerpunktthemen neben den Übungen für einen erfolgversprechenden Löschangriff waren auch Umwelteinflüsse und das Gemeindewesen. So beteiligten sich die 18 Jugendlichen an der Feldputzete und waren beim Jubiläum eingebunden, wie Sven Maurer ausführte. Spannend bis aufregend war auch der Besuch bei einer Berufsfeuerwehr. Es gelingt derzeit nicht optimal, junge Leute die Bereitschaft zu den Aktiven sicherzustellen.
Vom Neujahrsempfang bis zur Jahresabschlussfeier lies Schriftführer Lukas Schwörer das Jahr 2025 Revue passieren. Die Doppelfeier Feuerwehr und Jugendwehr wurden gebührend begangen. Ein Fotobuch klärte über den Jahreszyklus auf und fand Beachtung. 19 Alterskameraden umfasst die Seniorenabteilung wie Richard Metzger verriet. Bei der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung der elsässischen Partnergemeinde Wittisheim war man geschlossen anwesend.
Minus in der Kasse Der 3-tägige Ausflug in den Großraum München, die Kleiderbeschaffung sowie die Fahrzeugeinweihung verursachten einen 13.170 Euro Minusbetrag. Das Jugendkonto, das ebenfalls von Johannes Jentz geführt wird, weist einen 968 Euro Überschuss auf. Die Richtigkeit bestätigten die beiden Revisoren.
Bürgermeister Jürgen Louis dankte für die Einsatzbereischaft an 365 Tagen im Jahr. Eine Kommune sei niemals fertig. Das gelte auch für die Wehr, die technisch den geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Sicherheit ist der wichtigste Aspekt – für die Bürger und den Wehrleuten gleichermaßen. „Wir wissen, was wir an euch haben“. Louis sicherte die Unterstützung im finanziell Machbaren zu.
Große Herausforderung Kreisbrandmeister Christian Leiberich sieht in der Gefahrenabwechr eine immens große Herausforderung, nicht nur für die Blaulichtfamilie. Die Finanzlagen sind in den Städten, Gemeinden und im Landkreis angespannt. Die Bevölkerung muss Resilienz zeigen. Fähigkeit, sich an veränderte Umstände anzupassen. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre aktiven Dienst verlieh Leiberich an Florian Meier und Andreas Hage.
Für Stützpunktkommandant Martin Hämmerle verlief die Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren reibungslos. Bei der Gründung einer Kinderabteilung ermutigte er die Verantwortlichen. In Herbolzheim existiert die Gruppe seit neun Jahren ist stellt sich als Erfolgsgeschichte heraus. Die vorbildliche Kooperation zwischen den Hilfsorganisationen bestätigten Andreas Dietrich für den DRK-Ortsverein und Andreas Fleig für das Technische Hilfswerk.
Zahlreiche Ehrungen Für 25 Jahre wurden Steffen Kaiser und Christopher Heckel geehrt. Seit 35 Jahren gehören Fabian Kunz, Thorsten Heckel, Helmut Villinger und Oliver Villinger dazu. Friedrich Metzger und Peter Metzger weisen 45 Dienstjahre auf. Zehn Jahre länger sind Werner Mutschler und Anton Koßmann dabei. Stefan Maurer und Gerhard Villinger sind sechs Jahrzehnte dem Feuerwehrwesen treu. Die seltene Ehrung für 65 Jahre ging an Paul Ams.

