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Trump und Bohlen auf Herbolzheimer Bühnen

Herbolzheim (ens). Zur 33. Prunk- und Narrensitzung der Karnevalgesellschaft bekam das Publikum ein umfangreiches Programm geboten. Neben Tanz und Musik war auch reichlich Platz für Büttenreden. Bei denen bekamen Amtsträger und Promis ihr Fett weg – sowohl in der direkten Nachbarschaft, als auch auf der anderen Seite des großen Teiches.
Donald Trump hat es schon nicht leicht. Verweigerte man ihm bisher sowohl Grönland, aus auch Panama und Kanada versuchte er sein Glück nun im Breisgau. Oder genauer gesagt in Kenzingen. Kein Problem, sind sich die Moderatoren von Late Night Herbolzheim einig, Kenzingen kann er haben. Als der US-Präsident dann aber auch noch die Finger nach der HKG-GSG9-Einheit (Landsknechte) und den Laue Biggle Hexe („Die kauf‘ ich auch – als Gartenzwerge für meinen Garten“) ausstreckte, hatte die HKG bei ihrer Prunk- und Narrensitzung die Nase voll und zeigte sich nicht verhandlungsbereit.
Doch nicht nur Trump zeigte sich auf der Bühne. Nach der musikalischen Einstimmung der Stadtmusik und der Band „D’Gipfelstürmer“ wurden auch andere Politiker und Promis aufs Korn genommen. Bürgermeister Thomas Gedemer musste wegen der vorangegangenen Bürgermeisterwahl einstecken – denn wer im Single-Player-Modus spielt, gewinnt nun mal auch das Spiel. Statt dem Wahlslogan „Rede mer mit Gedemer“ galt an dem Abend „Rede mer über Gedemer“ – natürlich ohne zu lästern, denn der Bürgermeister selbst war an diesem Abend nicht anwesend. Stattdessen einstecken musste Stellvertreter Clemens Schätzle – „unser Schätzle“, wie er auf der Bühne mehr als ein Mal genannt wurde.
Finanzlöcher stopfen Bei „Moderation schräg hoch drei“ suchte man gemeinsam Möglichkeiten, das Haushaltsloch der Stadt zu stopfen, in erster Linie durch Steuererhöhungen. Neben einer Besteuerung für dreifache Tusche, einer Konfettisteuer und einer 20-Euro-Steuer auf Apfelschorle ist wohl auch eine Steuer für das grundlose Abnehmen der Maske denkbar – wobei sich der Stadtrat erst einmal Gedanken über triftige Gründe für das Abnehmen der Maske Gedanken machen musste (die da wären essen und trinken, küssen, musizieren – und natürlich Ohrfeigen).
Ein wichtiger Faktor für das Hauhslatsloch ist das neue Rettungszentrum – das selbstverständlich ebenfalls humorvoll betrachtet wurde. Denn, so Andrea Haas in ihrer Büttenrede als Feuerwehrfrau, wofür braucht man denn ein Feuerwehrhaus, wenn man keine Feuerwehrleute hat?
Kein gendern Gegendert wird in der HKG übrigens noch nicht. So ging die ein oder andere Spitze auch in Richtung des noch nicht sonderlich divers aufgestellten Elferrates. Elferrät:innen soll es allzu bald nicht geben, so Andrea Haas – die Frauen bleiben draußen und nicht :innen.
Mit mehreren Tänzen sorgte die Tanzgarde für abwechslungsreiche Stimmung. Auch Lisbeth und Martha trafen sich auf der Bühne wieder – und erzählten sich ihre Männergeschichten. In „Herbolzheim sucht den Superkracher“ fanden Dieter Bohlen, Jorge Gonzales und Wolfgang Kittel als Vertreter der HKG – Heidi Klum konnte nicht kommen, da ihr Schwager Bill schwanger ist – den Superkracher in Form der „Gewürz-Girls“. Wolfgang Kittel wurde an dem Abend außerdem von HKG-Präsident Andreas Läufer zum Ehrenrat ernannt.