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„Mister Feuerwehr“ verabschiedet

Waldkirch (db). Die Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Waldkirch im Rettungszentrum stand ganz im Zeichen der Verabschiedung von Abteilungskommandant und Gerätewart Frank Stader. Zu dessen Nachfolger wurde Jens Asal gewählt.
Was für viele Feuerwehrangehörige schlichtweg unvorstellbar erschien, ist nunmehr eingetroffen: Frank Stader verlässt nach zehn Jahren das Kommando der Feuerwehr Waldkirch und wird künftig nicht mehr als hauptamtlicher Gerätewart im Rettungszentrum tätig sein. Als Gründe nannte er seine neue berufliche Tätigkeit bei einer Fachfirma für Kranservice und Transporte in Denzlingen. Er wird der Waldkircher Feuerwehr aber weiterhin als „aktiver Kamerad“ die Treue halten.
„Für dich ist Feuerwehr Berufung, Familie und Hingabe. Du bist ein Pfundskerl. Mister Feuerwehr! Auf dich kann man sich jederzeit verlassen. Die Feuerwehr ist ohne dich undenkbar“, so Gesamtwehrkommandant Christian Klein bei der Verabschiedung sichtlich berührt. Stader habe während seiner zehnjährigen Amtszeit als Abteilungskommandant über 1.150 (!) Einsätze gefahren und geleitet. Stader habe sich nicht nur als leidenschaftlicher und verlässlicher Feuerwehrmann einen sehr guten Namen im gesamten Landkreis und weit darüber hinaus gemacht, sondern auch als „unermüdlicher Netzwerker“ in vielen Bereichen, so Klein.
Hochgeschätzte Persönlichkeit„Du hinterlässt große Fußspuren. Danke für dein Vertrauen und die sehr gute Zusammenarbeit“, so sein Nachfolger Jens Asal, der dem scheidenden Feuerwehrchef im Namen der Abteilung ein „Stader-Paket“ für dessen Wohnmobil-Traum überreichte.
Auch OB-Stellvertreter Bernd Zickgraf würdigte im Namen der Stadt die herausragende Verdienste Staders für die Feuerwehr und die gesamte Orgelstadt. Über 34 Jahre sei dieser aktiv bei der Feuerwehr im Einsatz: „Eine hochgeschätzte Persönlichkeit mit hoher Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und viel Humor.“
In Staders Amtszeit fielen u.a. das 150-jährige Jubiläum der Abteilung, der Umbau des Rettungszentrums, die Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplans und die Umstellung auf den Digitalfunk. „Ich habe mich jederzeit auf euch verlassen können. Gleichzeitig konnte sich die Stadt jederzeit auf euch verlassen. Für mich waren es schöne und ereignisreiche zehn Jahre. Es war zu keiner Zeit langweilig. Aus der Feuerwehr heraus haben sich viele Freundschaften entwickelt. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Stader sichtlich berührt. Er bedankte sich bei allen Beteiligten und vor allem bei seiner „Feuerwehr-Familie“ für den großen Rückenwind in all den Jahren. Mit einer kleine Fotoauswahl ließ man die letzten zehn Jahre nochmals Revue passieren. Am Ende gab es stehende Ovationen für Stader.
Wahlen und EhrungenIn Anbetracht der weitreichenden personellen Veränderung rückten die anderen Punkte an diesem Abend in den Hintergrund. Mit großer Mehrheit wurden Jens Asal in geheimer Wahl zum neuen Abteilungskommandant und mit einem sehr guten Ergebnis seine neue Stellvertreterin Barbara Hentschel gewählt. Letztere ist eine der ersten Frauen in dieser Funktion im gesamten Landkreis Emmendingen. Neue Mannschaftssprecherin des 2. Zuges ist Antonia Allgeier. Die Führung wird zudem ergänzt mit den Zugführern Marcel Schätzle und Stefan Czukewitz und deren Stellvertreter Julian Steinhart und Matthias Kowalewski.
Neben der Ausgabe der Lehrgangsbescheinigungen und die Ehrung für besonders fleißigen Probenbesuch, wurden auch noch fünf langjährige Feuerwehrmänner besonders geehrt und gewürdigt: Pressesprecher Thilo Haberstroh für 40 Jahre, Jens Asal, Thomas Graf und Florian Jäger jeweils für 25 Jahre sowie Jan Kowalewski für 15 Jahre aktiven Dienst. „Ich freue mich auf die kommenden Jahre mit euch als Abteilungskommandant“, so Asal.
Schriftführer Julian Steinhart blickte auf das Einsatzjahr 2025 zurück und erinnerte an den intensiven Arbeitsprozess infolge des Stader-Abschieds und der damit verbundenen Neustrukturierung. 72 Wehrleute absolvierten 173 Einsätze, davon 28 Brände und 96 Technische Hilfeleistungen (41 Fehlalarme). Großeinsätze seien gottlob ausgeblieben, dennoch sei das Pensum immens gewesen. Zu den prägendsten Einsätzen gehörten u.a. ein Kellerbrand im Januar im Buchholz, ein aufwendiger Wohnungsbrand mit Menschenrettung unter Atemschutz in der Lange Straße im Juli sowie der gesamte Bereich der Unwetter- und Sturmeinsätze.
Klein würdigte das große ehrenamtliche Engagement der Wehrleute „24/7“, dankte u.a. den Ausbildern und dem Kommando und forderte die Kameraden zur ständigen Fort- und Weiterbildung auf. Die hohe Verlässlichkeit und Schlagkraft der Wehr lobte auch der OB-Stellvertreter.
Kassierer Thomas Graf konnte ferner eine bestens geführte Kasse präsentieren. Nach dem Lob der Kassenprüfer Thilo Haberstroh und Uwe Vetter wurde die Kasse hiernach einstimmig entlastet. Beide Prüfer wurden abermals einstimmig wiedergewählt.