Nun Strom für 2.400 Haushalte: In Freiamt wurde das Windrad auf der „Hohe Eck“ durch ein leistungsstärkeres ersetzt
Am vergangenen Freitagnachmittag wurde auf der „Hohe Eck“ in Freiamt das zweite repowerte Windrad in einer kleinen Feierstunde mit geladenen Gästen eingeweiht. Eingeladen hatte Geschäftsführer Thomas Schuwald von der Ökostromgruppe Freiburg, die das Projekt leitete und im Namen der FHE Windkraft GmbH & Co. KG zukünftig betreiben werden.
Nach über 20 Jahren wurde das Windrad auf der Hohen Eck in Freiamt durch ein dreifach effektiveres Repowering ersetzt. Vom alten zeugte bei der Einweihungsfeier am vergangenen Freitagnachmittag nur noch ein kleiner verbliebener Rest Schotter aus den Betonelementen des ersten Turms. Das neue Windrad Typ Enercon E-138 EP3 hat größere Rotorblätter, die eine Energieerntefläche in der Größe von etwa zwei Fußballfeldern abdecken. Obwohl mit rund 180 Metern rund 60 Meter höher als das Vorgängermodell, beträgt die Fundamenttiefe nur 3 Meter. Die Nennleistung ist mit 4.260 kW dreimal so groß wie zuvor. Die Eigentümerin FHE Windkraft GmbH & Co. KG rechnet mit einer Stromproduktion von circa 7,4 Millionen kWh/Jahr, was der Versorgung von 2.400 Haushalten entspricht, so die Ausführungen von Thomas Schuwald, Geschäftsführender Gesellschafter der Ökostromgruppe Freiburg.
Neu ist auch die Bauweise des Trägerturms, die nicht wie zuvor nur aus Stahlbeton, sondern der untere Teil aus Stahl mit unzähligen Nieten besteht. Der Vorteil laut Schuwald: Wiederverwendbarkeit und damit nachhaltig. In Erinnerung an den Pionier in Sachen Windrad wird eine Gedenkplakette für den bereits verstorbenen Jürgen Vieser an der Turmtür angebracht. Er war mit dem anwesenden Rolf Hiller ein wesentlicher Macher der ersten Stunde, als Windräder noch als Nischenprodukt im Schwarzwald galten. Schuwalds Vater und Gründer der Ökostromgruppe Freiburg, Andreas Markowsky, verriet, dass die Abkürzung „FHE“ banal für „Freiamt Hohe Eck“ stehe und nicht wie oft vermutet mit Schreibfehler als Abkürzung für Vieser und Hiller Energie gelte.
Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench erinnerte daran, dass die ersten Windradpläne mit der Gründung des Vereins zur Förderung der Windenergien schon 1997 geschmiedet wurden, dessen erster Vorstand Ernst Leimer ebenfalls anwesend war. Dabei war der Standort „Hohe Eck“ eigentlich die zweite Wahl und das Grundstück nicht in kommunaler Hand, sondern in Privatbesitz. Wichtig war der Bürgermeisterin zu betonen, dass die Freiämter Bevölkerung sich stets positiv mit „unsere Windräder“ identifizierten. Mit der Fertigstellung des zweiten Repowerings und des bevorstehenden dritten, habe Freiamt das Thema in dieser Richtung „abgearbeitet“. Sie dankte allen Beteiligten für die unfallfreie Umsetzung.
Schließlich meldete sich auch Thomas Tribelhorn, Geschäftsführer der Schweizer Energiegenossenschaft ADEV, die Miteigentümerin der Repowering-Anlage ist, zu Wort. Im Gegensatz zur durchschnittlich 20-jährigen Bauzeit eines Windrades in der Schweiz, sei man in Deutschland mit rund fünf bis acht Jahren noch sehr schnell. Das Repowering an der Hohen Eck wurde sogar innerhalb eines Jahres absolviert. Er sehe in der länderübergreifenden Beteiligung ein wichtiger Wegweiser für die Energiewende. Als Zeichen der guten Zusammenarbeit überreichte Schuwald an Tribelhorn und die Bürgermeisterin Apfelbaumsetzlinge. Die Veranstaltung wurde trotz der exponierten Lage musikalisch von Keyboarder Karsten Kramer umrahmt.
Text: Elisabeth Stratz / Fotos: Ökogruppe Freiburg (Luftbild) und Elisabeth Stratz

