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Fußverkehr-Check 2025

Im Badenweiler Gemeinderat wird der Abschlussbericht übers Zufußgehen präsentiert

Badenweiler. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates präsentierte Laura Thüning von der Planersocietät Frehn Steinberg Partner GmbH aus Dortmund den Abschlussbericht des 2025 gestarteten Fußverkehr-Checks. Fußverkehr-Checks sollen vor Ort die Situation für Zufußgehende verbessern. Eine Fachjury hat in Baden-Württemberg 15 Kommunen für den Fußverkehr-Check 2025 ausgewählt – Badenweiler war eine davon. Die Checks standen unter dem Motto „Gehwege frei räumen“.

Einige Maßnahmen wurden schon umgesetzt, wie Annette Hess (stellvertretende Hauptamtsleiterin) ausführte. So wurden aus Sicherheitsgründen bereits Parkplätze an zwei Zebrastreifen in der Weilertalstraße entfernt. Zur besseren Wahrnehmung wurden am Oberen Kirchweg am Geländer rot-weiße Reflektoren angebracht und Verkehrszeichen an der Ecke Schlossplatz/Kaiserstraße versetzt. Des Weiteren wurde eine Stolperstelle durch Wurzeln auf dem Gehweg am Zöllinplatz entfernt.
Für die Maßnahmen im laufenden Jahr stehen im Haushaltsplan rund 11.000 Euro zur Verfügung. Die Maßnahmen werden für am Fußverkehr-Check teilnehmende Gemeinden gefördert. Nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) sind bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Bau-und Grunderwerbskosten und bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Investitionskosten möglich, dazu kommt eine Planungskostenpauschale von zehn Prozent.
Annette Hess präsentierte die für 2026 geplanten Maßnahmen, wobei das Augenmerk besonders auf der Sicherheit von Schulkindern und Fußgängern liegt. So wird, unter anderem, am Ende des Fußgängerweges entlang der Weilertalstraße zum Oberen Kirchweg die Fahrbahn mit einer roten Bodenmarkierung versehen, um auf die Querung von Kindern/Schülern hinzuweisen. Dieser Fußweg soll zudem auch beleuchtet werden. Ein weiteres Geschwindigkeitsmessgerät mit Texthinweis wird im Bereich Schule/Kindergarten aufgestellt. Am Parkplatz Ost soll ein „Elterntaxi“ eingerichtet werden – ein ausgewiesener Treffpunkt, von welchem die Grundschulkinder in Gruppen am Friedhof vorbei zur Schule laufen. In diesem Bereich soll auch ein „Berliner Kissen“, eine Plateau-Aufpflasterung zur Geschwindigkeitsdämpfung, angebracht werden, informierte Hess. Die tägliche „Bring- und Abholsituation“ nehme überhand und werde durch die Bau- und Sanierungsmaßnahmen an Sporthalle und Grundschule deutlich verschärft, sagte Bürgermeister Vincenz Wissler. Die Nutzung des Kindergarten- und Schulparkplatzes müsse neu konzipiert werden, um die Sicherheit bei Ankunft bzw. Abholung zu erhöhen. Unterstützt wird die Kommune ebenfalls von „Movers“- ein kostenloses Landesprogramm aus einer Allianz aus Verkehrs-, Kultus- und Innenministerium, um den Schulweg aktiv und sicher zu gestalten. Eine Elternbefragung, auf welchem Wege ihre Kinder zur Schule gehen, ist die Grundlage für eine Schulwegeplanung mit „Movers“.
Die Schulwegeplanung mit „Movers“ sei bereits in der Ausarbeitung.
Insgesamt gibt es laut Fußverkehr-Check 15 Maßnahmenvorschläge: „Die Umsetzung kann nur priorisiert und sukzessive erfolgen“, so Wissler.
Franziska Mailänder-Wildfang (Grüne) fände Tempo 30 nicht nur für die Ortsdurchfahrt Oberweiler interessant, sondern auch für Schweighof.
„Grundsätzlich gut“Martin Bauert (SPD) fand es grundsätzlich gut, die kritischen Punkte zu beleuchten, er sehe die Schlüsse aber kritisch: „Bezüglich der Weilertalstraße kriegen wir nicht mal Tempo vierzig durchgesetzt, das liegt nicht an der fehlenden Beschilderung, sondern daran, dass es keinen schert.“ Aus Bauerts Sicht könnten viele der aufgezeigten Maßnahmen zu einer Überbeschilderung führen. Zum Thema Schulweg/Elterntaxi wies Bauert darauf hin, dass viele Eltern auf dem Weg zur Arbeit ihre Kinder zur Schule bringen und an diesen Gewohnheiten könne man nichts ändern. „Man kann der Sache aber durchaus eine Chance geben,“ äußerte der Rathauschef. Hans-Christoph Dölle (BfB/FDP) forderte, dass über kostspielige Maßnahmen im Gemeinderat abgestimmt, beziehungsweise vorab diskutiert wird.
Der Gemeinderat nahm den Abschlussbericht mit drei Enthaltungen zur Kenntnis. Jutta Huber