Eingang wieder in der Gartenstraße: Kreiskrankenhaus Emmendingen hat sein neugestaltetes Entrée eingeweiht
Für über 150 Millionen Euro wird das Kreiskrankenhaus derzeit umfassend modernisiert. Aktuell steht der zweite von drei großen Bauabschnitten vor der Fertigstellung. Beim Tag der offenen Tür am Samstag wurde das neugestaltete Herzstück der Einrichtung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Rede ist vom Haupteingang. Nachdem dieser wegen der Bauarbeiten für mehrere Jahre auf die Rückseite des Gebäudes verlegt worden war, ist das Entrée nun wieder an die ursprüngliche Stelle in der Gartenstraße zurückgekehrt. Schon kurz vor den Sommerferien hatten Geschäftsführer Armin Müller und sein Team das neugestaltete Portal wieder in Betrieb genommen. Im Rahmen des Tags der offenen Tür am Samstag konnte es nun auch die Öffentlichkeit erstmals besichtigen.
Der neue Haupteingang ist wesentlich offener und gläserner als der vorherige. An den großzügigen Empfang schließt sich rechts das Café Vogelsang mit Theke, Sitzgelegenheiten und einem flexibel nutzbaren Versammlungssaal an. Links von der Rezeption wurde der „Raum der Stille“ eingerichtet. Der ohne religiöse Symbole ausgestattete Saal ersetzt die frühere Krankenhauskapelle. Rund 4,1 Millionen Euro investierte der Landkreis als Träger der Einrichtung in den neuen Empfangsbereich.
„Wenn Menschen ein Krankenhaus betreten, dann tun sie das selten unbeschwert“, sagte Landrat Hanno Hurth bei der Eröffnung am späten Vormittag. In solchen Momenten zähle auch der erste Eindruck: ob man freundlich empfangen werde und ob man spüre, gut aufgehoben zu sein. Daher sei der neue Haupteingang eine Visitenkarte des Hauses. „Eine gelungene, wie ich finde. Und er ist ein sichtbares Zeichen für eine Haltung: offen, zugewandt, kompetent und respektvoll“, so Hurth.
Am Samstag präsentierte sich das ganze Krankenhaus. Ärzte informierten in Vorträgen über medizinische Themen. Zudem stellten sich die Elternschule, das babyfreundliche Krankenhaus und die Palliativeinheit vor. Kennenlernen konnte man außerdem den Wahlleistungsbereich. Informationen zu Organspende, Diabetes und Patientenverfügung sowie ein Blutgruppentest ergänzten das Programm. Und die kleinen Besucher durften ins Teddybären-Krankenhaus oder den Babyführerschein ablegen.
Verteilt auf fünfeinhalb Stunden besuchten Hunderte Gäste die Einrichtung. Unter ihnen waren auch Johannes Fechner und Yannick Bury (MdB), Rüdiger Tonojan und Stefanie Wernet (MdL) sowie Kreisräte und Rathauschefs aus den Kreisgemeinden. In seiner Rede betonte Landrat Hurth einerseits die Bedeutung des Kreiskrankenhauses. „Im Jahr 2019 gab es rund 15.000 Notfälle, 2025 waren es schon 28.000“, rechnete er vor. Im vergangenen Jahr seien 11.700 Patienten stationär in der Einrichtung behandelt worden. „Diese Zahlen machen deutlich: Der Bedarf an einer gut erreichbaren und qualitativ hochwertigen Grund- und Regelversorgung wächst und muss gewährleistet werden“, so der Landrat.
Andererseits informierte Hurth über den Stand der Modernisierung. Die Gesamtkosten für das Maßnahmenpaket II beliefen sich auf 65 Millionen Euro. Die neuen OP-Räume und das neue Erdgeschoss mit Haupteingang seien fertiggestellt. 2027 werde man die neue zentrale Notaufnahme und die Intermediate-Care-Station in Betrieb nehmen. Parallel dazu laufe bereits die Planung für das Maßnahmenpaket III, nämlich die Sanierung des Bettenhauses, der Neubau von drei Endoskopiesälen sowie die energetische Erneuerung der Fassade. „Hier rechnen wir mit Baukosten von 75 Millionen Euro“, so der Landrat.
Text und Bilder: Daniel Gorzalka





