WZO

Gezielte Maßnahmen helfen

Artenschutz: Staufener Stadtwald ist Teil des „Natura 2000-Gebietsmanagements“

Staufen. Der Staufener Stadtwald stellt eine von 20 Teilflächen zwischen Staufen und Kandern dar, in denen über den Baustein „Natura 2000-Gebietsmanagement“ Artenschutz gezielt umgesetzt werden kann. In Staufen hat das Kreisforstamt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald insbesondere Fledermausarten und die bedrohte Gelbbauchunke im Blick.

„Mit Hilfe von dem Gebietsmanagement können wir nun gezielt in Teilbereichen dafür sorgen, dass bedrohte Arten, die bereits vorkommen, bessere Bedingungen vorfinden“, erklärte Waldnaturschutzberater Lutz Johannsen am Freitag bei einem Vor-Ort-Termin bei der Eschwaldhütte. So könne gezielt, punktuell dort Artenschutz betrieben werden, wo der Erfolg auch sichergestellt ist. Denn die Forstverwaltung des Landkreises hat nicht nur die Bewirtschaftung im Blick, sondern auch die Erholungsfunktion, sowie den Naturschutz und damit die Herausforderungen durch den Klimawandel. „Der große Waldanteil im Landkreis ist ein Schatz, bedeutet aber auch Verantwortung“, so Martin Barth, erster Landesbeamter des Landkreises. Durch den Klimawandel verändern sich die Aufgaben der Förster, so Barth. So habe etwa die Buche unter dem trockenen Sommer gelitten.

47 Kubikmeter Totholz pro Hektar

Heute beträgt der Totholzvorrat knapp 47 Kubikmeter je Hektar, eine Größenordnung, die früheren Zielwerten für Bannwäldern nahekommt. Doch Totholz- oder Habitat-Bäume stellen große Anforderungen an die Verkehrssicherung dar, insbesondere an Orten, an denen die Erholungsfunktion einen großen Stellenwert hat, wie an der Eschwaldhütte. So entschieden sich die Akteure nun zu einem besonderen Schritt: Sie kürzten ein große Eiche ein, damit keine Äste mehr herabfallen können und sägten zu dem noch Höhlen für Fledermäuse in den Stämme. „Wir haben hier sehr viel Betrieb, daher beobachten wir die Bäume sehr genau um Gefahren früh zu erkennen“, erklärte Revierförster Wolfgang Mangold. Doch die Eiche zu Fällen war keine Option, schon heute bietet sie Lebensraum für viele Arten.

Idealer Lebensraum für die Gelbbauchunke

Kleine Maßnahmen werden auch immer wieder andernorts im Staufener Stadtwald ausgeführt. „Immer wieder wenn wir einen Bagger im Wald haben, lassen wir kleine Gräben oder Löcher am Rande ausbaggern“, so Mangold. Hier sammelt sich Wasser und es entsteht ein idealer Lebensraum für die Gelbbauchunke. Der kleine, rund vier Zentimeter große Froschlurch legt in warmen Wasser, im Gegensatz zu anderen Froscharten, nur wenige Eier und ist daher darauf angewiesen, dass möglichst keine Fressfeinde da sind. „Teils alle zwei bis drei Jahre wechseln sie das Gewässer“, informierte Jasmin Breithut vom Kreisforstamt. An einem exemplarischen kleinen Tümpel wurden im Sommer etwa bis zu 15 Gelbbauchunken gezählt. „So schaffen wir außerdem in der Fläche Möglichkeiten zum Wasserrückhalt im Wald, der sich einerseits auf die Wasserverfügbarkeit für die Bäume auswirkt, andererseits auch Hochwasser zurück hält“, wies Mangold auf zwei weitere positive Effekte durch die kleinen Eingriffe hin. Annika Willscheid