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Explosion im Chemiesaal: Freiämter Feuerwehr probte am Schulzentrum den Ernstfall

An Allerheiligen, also am Sonntag, führte die Freiwillige Feuerwehr Freiamt ihre traditionelle Herbstübung durch. Als Übungsobjekt fungierte diesmal das Schulzentrum. In der Bildungseinrichtung im Mußbacher Tal entwarfen die Kameraden ein Brandszenario, das klassischer kaum hätte sein können.

Angenommen wurde eine Explosion im Chemiersaal. Tatsächlich drangen um 14.30 Uhr dichte Rauchschwaden aus dem Fachraum, der sich im ersten Obergeschoss des Gebäudes befindet. Sofort wurde der Notruf abgesetzt. Keine fünf Minuten später trafen vom Freihof die ersten beiden Fahrzeuge der Freiämter Feuerwehr ein. Kurz darauf folgten die Fahrzeuge aus dem Brettental. Von der Fensterfront eines benachbarten Klassenzimmers aus riefen elf Schüler verzweifelt um Hilfe. Sie waren vor den Flammen und dem Rauch dorthin geflüchtet.

Kommandant und Einsatzleiter Frank König ordnete die Aufstellung der Fahrzeuge an und schickte zwei Trupps an die Gebäudefront, um die eingeschlossenen Kinder zu befreien. Mithilfe von zwei tragbaren Steckleitern, die zunächst noch gesichert werden mussten, bargen die Kameraden jeden einzelnen Schüler behutsam aus dem Obergeschoss. Die zwischenzeitlich eingetroffenen Helfer des DRK-Ortsvereins nahmen die jungen Verletzten im Hof in Empfang, begleiteten sie in die angrenzende Sporthalle und versorgten sie in einem eigens eingerichteten Krankenlager medizinisch.

Doch wo befanden sich eigentlich der Lehrer und die übrigen Schüler? Mittlerweile wurden auf dem Schulhof die Schläuche ausgerollt. Mit Wasserstößen und einem Druckbelüfter bahnten sich die Atemschutztrupps vom Haupteingang aus den Weg durch das verrauchte Schulgebäude. Im Chemieraum lagen die Vermissten regungslos auf dem Boden. Durch das Fenster wurden die Schwerverletzten mithilfe der inzwischen eingetroffenen Drehleiter der Feuerwehr Emmendingen ins Freie gebracht und anschließend mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert.

Nach gut 45 Minuten beendete Frank König die Herbstübung. „In unseren öffentlichen Übungen geht es oft darum, wie wir entlegenere Höfe mit dem notwendigen Löschwasser versorgen“, sagte der Kommandant und Einsatzleiter. Diesmal sei es anders gewesen. Bewusst habe man sich dafür entschieden, das Schulzentrum als Übungsobjekt zu wählen. Hier liege das Augenmerk stärker auf der Gebäudestruktur und den Rettungswegen. „Vom Ablauf her hat das alles gut funktioniert“, befand König.

Zufrieden zeigten sich auch DRK-Bereitschaftsleiter Thorsten Boos sowie die neue Polizeirevier-Chefin Jacqueline Heim. Von einer „gelungenen Übung“ sprach zudem Martin Hämmerle in seiner Manöverkritik. Der stellvertretende Kreisbrandmeister lobte insbesondere das Vorgehen an den beiden Steckleitern und den Einsatz des neuen Überdruckbelüfters. Erstaunt zeigte er sich über die vielen Besucher. Tatsächlich verfolgten rund 350 Besucher die Herbstübung – darunter Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench und nahezu alle Gemeinderäte.

Da vor allem Familien mit Kindern gekommen waren, glich die öffentliche Übung der Freiwilligen Feuerwehr Freiamt wieder einmal einem kleinen Volksfest. Die herrliche Herbstsonne trug zur guten Resonanz bei. Nur eines fehlte diesmal: die sonst übliche Bewirtung. So machten sich die vielen Besucher nach der Übung direkt auf den Nachhauseweg. Interessant: Bereits am Vortag hatten rund 70 Schaulustige die Herbstübung der Jugendfeuerwehr besucht.

Text: Daniel Gorzalka / Foto: Michael Hilbert (Vogelperspektive) und Daniel Gorzalka