Zugromantik im Miniformat: Eisenbahnfreunde Breisgau zeigten in Mundingen ihre faszinierende Modellbahnwelt
Auf mehr als 100 Metern ziehen sich Bahngleise durch liebevoll gestaltete Modellbaulandschaften. Ein ICE fĂ€hrt in eine filigrane Bahnhofshalle ein, ein nostalgischer GĂŒterzug passiert maĂstabsgetreu nachgebaute Dörfer und der legendĂ€re Rebenbummler durchstreift den Schwarzwald. In der Mundinger Neumattenhalle gab es am Wochenende jede Menge Eisenbahnromantik im Miniaturformat zu entdecken.
Im Saal, im Foyer und auf der BĂŒhne veranstalteten die Mitglieder der Eisenbahnfreunde Breisgau ihre alljĂ€hrliche Vereinsausstellung. Rund 80 Module mit einer LĂ€nge zwischen 1,25 und 1,50 Metern boten den Besuchern eine groĂe Vielfalt an Anlagen, Spurweiten und Gestaltungsideen. Neben den Ausstellungsanlagen sorgten verschiedene ModellbauvorfĂŒhrungen fĂŒr interessante Einblicke in das Hobby.
GröĂere Anlagen steuerten die IG Modellbahn Rhein-Neckar, die âN’lerâ im DreilĂ€ndereck und natĂŒrlich die Eisenbahnfreunde selbst bei. Matthias Teufert stellte sein SchaustĂŒck âDie Waltonsâ vor. AndrĂ© Steinbrecher prĂ€sentierte seine Dioramen und die selbst gebauten BĂ€ume fĂŒr die Spur N. Max Hierholzer hatte die kleine H0-Anlage âKleinbahn Ahlde-Hummeldorfâ mitgebracht. Das in L-Form angelegte SchaustĂŒck bestand aus vier Modulen und zeigte eine fiktive Bahnstrecke im niedersĂ€chsischen Emsland.
Mit einer Anlagenhöhe von lediglich 85 Zentimetern war Hierholzers Anlage auch fĂŒr die kleinen Besucher bestens einsehbar. An mehreren kleineren Bahnen durften die jungen GĂ€ste sogar selbst Hand anlegen und die Trafos bedienen. Um auch die etwas höher gelegenen Standardmodule gut betrachten zu können, standen kostenlose Plastikhocker bereit. Schwieriger gestaltete sich der Ausstellungsbesuch hingegen fĂŒr Menschen im Rollstuhl: FĂŒr sie waren die Tische schlicht und einfach zu hoch.
Bereits am Samstag, an dem zusĂ€tzlich ein Flohmarkt mit gebrauchten Modellbahnteilen angeboten wurde, zĂ€hlten die Veranstalter rund 225 GĂ€ste. Am Sonntag dĂŒrfte sich diese Zahl sogar annĂ€hernd verdoppelt haben. Damit erfreute sich die Ausstellung an beiden Tagen eines guten Zuspruchs. Von den Besucherzahlen frĂŒherer Jahre ist die Veranstaltung allerdings ein gutes StĂŒck entfernt. Zu den ersten Modul-Ausstellungen der Eisenbahnfreunde in den 1980er-Jahren kamen nach Angaben aus dem Verein noch rund 4.000 Besucher.
âEine der gröĂten Herausforderungen fĂŒr die Eisenbahnfreunde ist der Generationenwechselâ, sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Perband. Bei den Mitgliedern handele es sich ĂŒberwiegend um Ă€ltere Semester. Viele von ihnen hĂ€tten ihre Leidenschaft fĂŒr die kleine Eisenbahn bereits als Kinder entdeckt und ihr Hobby ĂŒber Jahrzehnte hinweg gepflegt. Nachwuchs sei dagegen schwer zu finden. Vor allem in den StĂ€dten gebe es nur noch wenige junge Modellbauer. Wenn sich Kinder und Jugendliche fĂŒr die Modellbahn begeisterten, dann eher in lĂ€ndlicheren Regionen.
âDabei ist die Faszination des Hobbys vielfĂ€ltiger, als es auf den ersten Blick scheintâ, so Perband. FĂŒr die einen stĂŒnden die ZĂŒge im Mittelpunkt, andere begeisterten sich fĂŒr Bahnhöfe und Gleisanlagen. Wieder andere tĂŒftelten mit Leidenschaft an der Steuerung ihrer Anlagen, dem sogenannten âMĂ€useklavierâ. Und dann gebe es jene, die ganze StĂ€dte, Landschaften und Alltagssituationen mit unglaublicher Detailtreue im entsprechenden MaĂstab nachbauten. Gerade diese Liebe zum Detail mache fĂŒr viele den besonderen Reiz der Modellbahn aus.
Wer sich fĂŒr die Arbeit der Eisenbahnfreunde interessiert, findet den Verein nicht nur bei seinen Ausstellungen. Das Clubheim mit Werkstatt und Lager befindet sich im F9-Business-Park, also dem ehemaligen Upat-GebĂ€ude. Dort treffen sich die Mitglieder jeden Freitag, um gemeinsam an ihren Anlagen zu bauen, zu tĂŒfteln und ihrer Leidenschaft fĂŒr die Eisenbahn im Miniaturformat nachzugehen. Bekannt ist der Verein zudem fĂŒr den historischen Zug âRebenbummlerâ. Seit 1978 organisieren die Mitglieder regelmĂ€Ăige nostalgische Ausflugsfahrten durch die Weinregion des Kaiserstuhls.
Text und Bild: Daniel Gorzalka
