Fluchtgeschichten als Comic: In der neuen Graphic Novel-Ausstellung im Stadtmuseum kommt auch eine Emmendingerin vor
„KriegsEnden. Woran wollen wir uns halten?“ lautet der Titel einer Graphic Novel-Ausstellung, die bald im Stadtmuseum im Markgrafenschloss gezeigt wird. Im Comic-Format erzählt die Freiburger Künstlerin Ludmilla Bartscht die Geschichte von fünf Personen, die infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen mussten. In den Mittelpunkt stellt sie dabei Frauen, Kinder und Jugendliche aus deutschsprachigen Minderheiten im östlichen Europa. Ihre Schicksale sollen zeigen, wie historische Erfahrungen von Flucht und Migration bis in die Gegenwart wirken. Interessant aus Emmendinger Sicht: eines der Kapitel erzählt die Geschichte der jungen Anastasia, die 1994 als russische Spätaussiedlerin in den Stadtteil Bürkle-Bleiche kam und in einem der Hochhäuser ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Bemerkenswert ist zudem ein zweiter Punkt: Bartscht ging wissenschaftlich vor. Für ihre Recherche nutzte sie historische Quellen – darunter amtliche Dokumente oder auch Tonaufnahmen. Unterstützung erhielt sie dabei von Tilman Kasten (Geschäftsführer des Instituts für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa) sowie der neuen Museumsleiterin Leni Perenčević. Für letztere ist es die erste große Ausstellung im Markgrafenschloss. Am 21. Juni findet die Vernissage statt. Ab dann können die Exponate bis Anfang November besichtigt werden. Foto: Daniel Gorzalka

