Buchstaben für mehr Sicherheit
Der Gemeinderat Badenweiler diskutierte einen Schriftzug aus Beton am Schlossplatz zur Terrorabwehr
Badenweiler. Die steigenden Anforderungen an die Veranstaltungssicherheit in Verbindung mit einem zukunftsfähigen Sicherheitskonzept für den Schlossplatz nahm die Gemeindeverwaltung zum Anlass für ein intensives Brainstorming. Das Resultat könnte zu einem Highlight für Badenweiler werden, dies befand nicht nur Bürgermeister Vincenz Wissler. Einzelne, festverbaute Buchstaben aus tonnenschwerem, massivem Stahlbeton flankieren die Längsseite des Schlossplatzes von der Kaiserstraße her – den Schriftzug „BADENWEILER“ formend, modern und ästhetisch, als Zufahrtschutz, Willkommensgruß und als Selfie-Hotspot. Die einzelnen Buchstaben könnten in einer Höhe von etwa zwei Metern und einer Breite von ungefähr 50 Zentimetern ausgeführt und jeweils fest auf einem Betonsockel gegründet werden. Das Gewicht der jeweiligen Einzelbuchstaben würde dann im Schnitt rund drei Tonnen betragen, erklärte Bauamtsleiterin Patricia Staender.
„Der Schriftzug würde eine klare, räumliche Begrenzung schaffen und neben dem Sicherheitsaspekt, einen deutlichen touristischen Mehrwert bieten,“ hob Wissler hervor. Für Besucher entstehe ein Selfie-Spot. Dies würde die Präsenz des Ortes in den sozialen Medien erhöhen und ein touristisches Highlight darstellen, um sich von den umliegenden Gemeinden abzuheben. Ein erstes Angebot wurde bereits eingeholt, dieses liegt bei rund 45.000 Euro. Es handle sich vorab um einen Ideenvorschlag, betonte Wissler. Sollte das Projekt Zustimmung finden, würde es in die Haushaltsplanung 2027 mit aufgenommen.
Abgelehnter Antrag
„Aus touristischer Sicht eine tolle Idee. Über Details muss man natürlich noch reden, aber das hat mir auf Anhieb zugesagt“, bekräftige Christian Baltes (CDU). Joyce Hofmann (SPD) stimmte Baltes zu. Es biete gerade der jüngeren Generation einen individuellen Foto-Point. Franziska Mayländer-Widfang (Grüne) monierte unter anderem die fehlende Beschattung des Schlossplatzes. Sie stellte den Antrag für die Erstellung eines Masterplans nach dem Thermenkonzept zur Platzgestaltung für die Möblierung, Beschattung und Sicherung des Schlossplatzes. Der Antrag wurde mit drei Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und drei Enthaltungen abgelehnt.
Gegenrede
„Badenweiler hat relativ viele Buchstaben. Mit einer Höhe von zwei Metern würde das eine massive Mauer,“ gab Hans-Christoph Dölle (BfB/FDP) zu bedenken. Die Idee finde er gut, aber in solcher Weise nicht umsetzbar. „Viel zu wuchtig,“ bescheinigte auch Michael Bachmann (ZB). Dölle schlug vor, Bäume anzusiedeln, welche im Laufe der Zeit zu einem Bollwerk reifen. Bis diese tief verwurzelt sind, müsse man mobile Fahrzeugsperren aufstellen.
„Ich denke hier braucht es vorab das Konzept einer maßstäblichen Darstellung,“ befand Hans-Dieter Paul (SPD), „einfach um das Projekt besser visualisierbar zu machen.“ Er warnt davor, den Schlossplatz mit Bäumen zuzunageln, dann sei er „für Veranstaltungen verloren,“ so Bürgermeister Wissler. Martin Bauert (SPD) ging konform: „Der Schlossplatz ist die einzige große urbane Fläche, die wir haben.“ Um mobile Barrieren käme man so oder so nicht herum, warf Hans Bender (CDU) ein, denn im Notfall bräuchten Rettungskräfte freien Zugang. Mayländer-Wildfang warnte davor, den Schlossplatz zur „Betonwüste“ zu machen, dessen Erscheinungsbild sie grundsätzlich als „eklektizistisch“ und „wild zusammengewürfelt“ bezeichnete.
„Das kann ich nicht nachvollziehen,“ verwehrte sich Christian Baltes und lobte die aktuelle Bepflanzung. „Jetzt sind wir doch mal etwas innovativer und ein klein bisschen moderner – wir verbauen uns doch nichts.“
Unter Berücksichtigung der Gestaltung und der Größenproportionen, stimmte der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung dem Vorschlag der Verwaltung zur dauerhaften Veranstaltungssicherheit zu, mit der Bitte, die entsprechenden Gelder im kommenden Haushaltsjahr zu berücksichtigen. Jutta Huber
