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Freischwebende Besucherplattform: Katharinenkapelle der Landecker Burg ist nach 500 Jahren wieder begehbar

Gut 60 Quadratmeter misst die neue Ebene aus Stahlgitterrost, die in die Katharinenkapelle der Burgruine Landeck eingelassen wurde. Damit ist das frĂŒhgotische HerzstĂŒck der Unterburg nach fĂŒnf Jahrhunderten wieder begehbar. Im Rahmen eines Gottesdienstes fand am Sonntag die Einweihung statt.

Passend dazu tauchte die sommerliche Morgensonne das Burgareal ein wunderschönes Licht. Die 100 GĂ€ste, die sich auf dem Rasen vor der Kapelle eingefunden hatten, genossen das Ambiente und den herrlichen Ausblick ins Tal. Durch den ökumenischen Gottesdienst fĂŒhrten der evangelische Gemeindepfarrer Alexander Gripentrog und der katholische Dekan Michael Stemann. Die Mitglieder des Landecker SĂ€ngerbundes bereicherten die Zeremonie musikalisch. Unter anderem sangen sie „Morning Has Broken“.

Seit nunmehr 20 Jahren kĂŒmmert sich der Förderverein zur Erhaltung der Burgruine um das 1315 erstmals erwĂ€hnte Denkmal. Eines der Hauptziele – nĂ€mlich die Begehbarmachung der seit fĂŒnf Jahrhunderten unzugĂ€nglichen Katharinenkapelle – hat die engagierte Gruppe um ihren Vorsitzenden Siegfried Markstahler nun erreicht. In Abstimmung mit dem Denkmalamt war schon vor einigen Jahren mit insgesamt 35 Tonnen Spezialzement zunĂ€chst das Mauerwerk saniert worden.

Schließlich folgte im Herbst 2025 die Installation der neuen Ebene. Die PlĂ€ne fertigte das BĂŒro F70 an, die Fundamente goss die Firma Kraskovic und die statischen Berechnungen steuerte Peter Lenz bei. Mit UnterstĂŒtzung der Schlosserei Scheer montierten die Mitglieder auf sechs Tragpfeilern eine 60 Quadratmeter große Platte aus verzinkten Stahlgitterrosten. Verbaut wurden rund fĂŒnf Tonnen Material. Vorgabe des Denkmalamtes: die Ebene dĂŒrfe keinen Kontakt zur Mauer haben. HinzugefĂŒgt wurde zudem ein GlasgelĂ€nder, das einerseits Sicherheit bietet, anderseits einen Blick auf Mauerwerk und Untergeschoss gewĂ€hrt.

In seiner Predigt erwĂ€hnte Michael Stemann, dass die Katharinenkapelle den Menschen einst als Raum fĂŒr Messen und Gebete sowie der Ruhe und der Klage gedient habe. Dies sei nach 500 Jahren nun wieder möglich. TatsĂ€chlich können dort auch Trauungen stattfinden. Schon am Wochenende davor gab es erstmals eine VermĂ€hlung. Andreas Gripentrog wiederum sprach ĂŒber die Namensgeberin Katharina („Besonders weise und regegewandt“), das große Fenster („Auf Augenhöhe mit Gott“) und das noch fehlende Dach („Man kann direkt hinaufblicken – und alles was einen bedrĂŒckt, wird leise“).

„D’Burgschatz isch bi dĂ€re Grawerei nit g’funde wore“, zwinkerte hingegen Siegfried Markstahler in seiner Ansprache. Der Vorsitzende Ă€ußerte neben zahlreichen Dankesworten noch einen Wunsch: „Was isch e’HĂŒs oder wie do e’Kirch ohni Dach? Schen wĂ€r, wenn des Werk vielleicht noch in unserem LĂ€we mit eme Glasdach ergĂ€nzt dĂ€t wĂ€re“. BĂŒrgermeister Berthold Schuler, der ebenso wie Vor-VorgĂ€nger Hermann JĂ€ger an der Einweihung teilnahm, gab die FlĂ€che schließlich frei: „So haben wir viel erreicht und darauf können wir stolz sein, denn es ist unsere Heimat“, sagte der Rathauschef. Dazu passte auch das Gedicht „D’Heimet am BĂ€rg“, das die 85-jĂ€hrige Sieglinde BĂŒhler spontan zum Besten gab.

Text und Bilder: Daniel Gorzalka