WZO

Wirtshausschild mit Geschichte: Ausleger des einstigen Gasthofs zum Löwen kehrt in die Theodor-Ludwig-Straße zurück

Mehr als zwei Jahrhunderte lang prägte der „Gasthof zum Löwen“ den Emmendinger Marktplatz. Als möglicher Schauplatz von Goethes Epos „Hermann und Dorothea“, das zwischen 1796 und 1797 entstand, nimmt das traditionsreiche Wirtshaus einen besonderen Platz in der Stadtgeschichte ein.

1968 wurde der „Löwen“ abgerissen. An seiner Stelle entstand das damals neue Kaufhaus Krauss. Um an das traditionsreiche Gasthaus zu erinnern, ließ man dessen markantes Nasenschild jedoch hängen. So blieb es auch in den folgenden Jahrzehnten ein prägendes Element des Straßenbildes in der Theodor-Ludwig-Straße. Vor dem Abriss des Kaufhauses im Jahr 2022 nahm die Stadt Emmendingen den goldenen Ausleger deshalb in ihre Obhut. Zur Eröffnung des neuen Löwentors im Sommer 2025 übergab Oberbürgermeister Stefan Schlatterer das historische Schild als Dauerleihgabe an die Firma Unmüßig.

Nun ist das Löwen-Schild an seinen angestammten Standort in der Theodor-Ludwig-Straße zurückgekehrt. Am Donnerstag brachten Mitarbeiter der Firma Unmüßig den goldenen Ausleger im Eingangsbereich des Löwentors an. Zuvor hatte der renommierte Freiburger Investor das historische Stück in einer großzügigen Glasvitrine präsentieren lassen. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine historische Aufnahme des einstigen Gasthauses sowie einen kurzen erläuternden Text. Damit erhält ein Stück Emmendinger Stadtgeschichte einen neuen Platz im öffentlichen Raum – und erinnert auch künftig an eines der traditionsreichsten Gasthäuser der Stadt.

Text: Daniel Gorzalka / Fotos: Daniel Gorzalka und Karl-Friedrich Jundt-Schöttle