Stephanie Kirn ist neue Zunftmeisterin
Ettenheim (hi). Mit vielen hundert Gästen feierte die „ehrsame allgemeine Reb- und Ackerbauzunft der Stadt Ettenheim“ von 1503 nach 523 Jahren ihren traditionellen Zunfttag mit abwechslungsreichem Zunftabend in der Stadthalle.
Klangvoll umrahmt wurde das bunte Programm von der Stadtkapelle unter Franz Amann. Stilgerecht im schwarzen Anzug samt Zylinder präsentierte sich der neue Zunftrat, an der Spitze Zunfträtin Stephanie Kirn aus Ettenheim. Altzunftrat Peter Seiler führte durch den Abend.
Den Auftakt bildeten vier Jungen mit einem witzigen Prolog, alle Enkelkinder von früheren Zunftobersten. Es waren Louis Kopp sowie Emil, Lasse und Ole Jäger. Mit musikalischer Begleitung der Stadtkapelle zog der neue Zunftrat in die Halle ein und stellte sich einzeln mit Lebenslauf vor. Stephanie Kirn, die neue Zunftmeisterin, Tochter von Renate und Thomas Kirn, ist im elterlichen Weingut in Ettenheim groß geworden, beruflich ist sie Pflegedienstleiterin in der Sozialstation.
„Herzlich willkommen!“ Altzunftmeister Peter Seiler hieß zu Beginn zahlreiche Ehrengäste willkommen, darunter Bürgermeister Bruno Metz, den BLHV-Kreisvorsitzenden Lahr, Klaus Dorner, frühere Zunftmeister sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens. Er dankte Pfarrer Martin Kalt für den schönen Gottesdienst am Vormittag.
In seinem Rückblick auf seine drei Zunftjahre erwähnte Seiler Ausflüge und geselliges Beisammensein. Sie besuchten das Oberrheinische Tabakmuseum in Mahlberg und legten mit der Pflanzung eines Apfelbaums den Grundstock für eine neue Streuobstwiese. Dabei wurden sie von 60 Kindern des Kindergartens St. Barbara unterstützt.
Als ältester und mitgliedsstärkster Verein hat die Zunft inzwischen 459 Mitglieder. In seiner Ansprache ging Seiler auf die derzeitige Situation der Landwirtschaft ein. Obwohl Ettenheim in einer gesegneten Landschaft liege, müsse man sich in den schwierigen Zeiten mit Klimawandel und Landschaftsgefährdung den Herausforderungen stellen. Dies bestätigte Klaus Dorner, BLHV-Kreisverband Lahr. In Richtung Politik sagte er: „Wir brauchen Verbündete für unseren Wohlstand.“ Er forderte die Anwesenden auf, regionale Produkte zu kaufen und somit die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.
Bürgermeister Bruno Metz zeigte sich stolz über die Arbeit der Landwirte und lobte die tollen Produkte. Er wünschte sich, dass auch künftig die Stadt dem Wein- und Ackerbau verbunden bleibe.
Musik, Tanz und Theater Im ersten Teil des unterhaltsamen Programms spielte die Stadtkapelle flotte Musikstücke, vom Udo-Jürgens-Medley bis „Böhmische Liebe“. Das Wolfsballett aus Ettenheimweiler führte den Tanz „Badezimmerdisco“ auf und erhielt donnernden Applaus. Im zweiten Teil, nach dem gemeinsame Festessen „Lummel mit Nudeln“, spielte die Theatergruppe des SV Ettenheimweiler einen Bauernschwank mit dem Titel „Warum? – Darum!“. Nach einigem Hin und Her in zwei Bauernfamilien gab es für alle einen guten Ausgang. Die Darsteller (Beate Römer, Andreas Hösel, Marina Ketterer, Nicole Faas, Stefan Ketterer, Jürgen Binz, Mike Arnold, Harald Göhring und Beatrix Hösel) erhielten viel Beifall.
Der alte Zunftrat mit Peter Seiler, Anja Kopp, Axel Helle, Frank Broßmer und Alexander Jäger, der auch die Bewirtung der Besucher übernommen hatte, trug als Bühnenbeitrag „Ein Apfelbaum als Tradition“ vor. Hier ging es nochmals um die neue Streuobstwiese auf dem städtischen Acker. Der alte Zunftrat überreichte dem neuen Zunftrat einen Apfelbaum samt grünen Gärtnerschürzen mit der Auflage, die Tradition fortzusetzen.
„Herzlichen Dank“ Altzunftmeister Peter Seiler dankte am Schluss allen, die zum Gelingen des Zunftabends beigetragen haben. Als Höhepunkt sang der ganze Saal das „Badnerlied“, begleitet von der Stadtkapelle. Für die Ettenheimer wurde den vier bekannten Strophen eine eigene hinzugefügt: „Zu Ettenheim, der Rohanstadt, in unsrer Ortenau, seit 1503 man hat,die Zunft für Reb- und Ackerbau. Drum grüß ich Dich mein Badner Land…“
