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50 Jahre gelebte Partnerschaft

Festakt in der Auggener Sonnenberghalle würdigt die Freundschaft mit Châteauneuf-du-Pape

Auggen. Die Gemeinde Auggen hatte für das 50-jährige Jubiläum der Partnerschaft mit der provenzalischen Gemeinde Châteauneuf-du-Pape zum Festakt in der Sonnberghalle das ganz große Besteck aufgefahren und einen unterhaltenen Abend mit einem Menu, vielen Erinnerungen, Ehrungen und Musik organisiert. Die vielen französischen Gäste bedankten sich ihrerseits mit Ansprachen, Geschenken und viel Applaus bei den Gastgebern.

Französische und deutsche Flaggen, dazu Fahnen mit den Wappen von Châteauneuf-du-Pape und Auggen und die ganz neue Fahne zum 50. Partnerschaftsjubiläum wehten vor der Sonnberghalle. Innen waren die die Tische festlich für ein Vier-Gänge-Menu eingedeckt. Auf den weißen Tischtüchern lagen Bänder in den deutschen und französischen Nationalfarben. Dazu gab es für jeden Teilnehmer einen passenden Anstecker zum Jubiläum. Selbst die Bierdeckel hatte die Gemeinde mit den Wappen der beiden Partnergemeinden passend bedrucken lassen.

Es wirteten das Küchenteam „Emma“  aus Binzen, die „Schlawiner“, die Auggener Landfrauen halfen, ebenso der Heimatverein, und an der Bar der FC Auggen. Mitglieder des Bauhofs hatten zuvor das Mobiliar in der Halle aufgebaut.

Mit beschwingten Musikstücken eröffnete der Musikverein Auggen mit Dirigent Udo Schmitz den Abend, bevor Bürgermeister Ulli Waldkirch ans Begrüßungspult trat und gleich das Auggener Trachtenpärle Raphael Walter und Cataleya Schäfer vorstellte, das ein Gedicht aus der Feder von Ruthild Muser vortrug. Im Text waren kleine Anekdoten aus 50 Jahren verpackt, wie frühere Zollschmuggeleien und das umständliche Umrechnen und Zahlen in verschiedenen Währungen. Dass Cataleya Textteile fehlerfrei auf Französisch rezitierte, kam bestens an.

„Ein Stück lebendiges Europa“

Die beiden Frauen an der Spitze der jeweiligen Partnerschaftsvereine, Danièle Brunel aus Châteauneuf und Sabine Mutschler aus Auggen, betonten, dass Partnerschaftsvereine ein Stück lebendiges Europa seien. „Viele vor langer Zeit geschlossene Freundschaften halten noch heute, neue sind dazu gekommen“, stellte Mutschler fest. „Eine Jumelage lebt nicht von sich allein. Sie lebt vom Esprit, man muss sie mit Leben und Liebe erfüllen“, ergänzte Danièle Brunel. Erinnert wurde auch an Félicien Diffonty und Auggens Altbürgermeister Erich Läubin, die die Partnerschaftsurkunde vor 50 Jahren unterzeichneten.

Viele Gemeinsamkeiten

Châteauneuf-du-Papes Bürgermeister Claude Avril beobachtete, dass Frankreich und Deutschland gerade im kulturellen Bereich oft ähnliche Interessen hatten und haben. Zudem würden Franzosen und Deutsche gerne über moralische, politische und religiöse Fragen debattieren. Froh sei er darüber, dass „unsere vom Wein geprägten Dörfer vor allem durch unsere ähnliche Lebensart verbunden sind, das zeigt sich bei unseren Treffen und wir hoffen, dass wir diese Tradition aufrecht erhalten können“, wünschte sich Claude Avril.

Gegenwart und Zukunft der Partnerschaft

Ulli Waldkirch und Bürgermeisterstellvertreterin Neva Ceri, die ins Französische übersetzte, gaben sich nachdenklich. Man lebe in einer Zeit großer Herausforderungen, „viele Dinge, die früher selbstverständlich waren, sind es heute nicht mehr“, sagte Waldkirch. Die Verantwortung für ein gemeinsames Europa müsse schon in den Schulen Thema sein. Die deutsch-französische Freundschaft sei dabei ein Auftrag an die Zukunft, dabei wäre wünschenswert, wenn sich auch mehr junge Menschen in Städtepartnerschaften engagieren würden, hielt der Bürgermeister fest. Das Wort „Städtepartnerschaft“ war das Stichwort für den besonderen Gast des Abends. Waldkirch hatte Florian Staudt, Referent für Europapolitik und Mitglied im Hamburger Senat, eingeladen. Staudt, der fließend Französisch spricht, hielt seinen Vortrag zum aktuellen Verhältnis der beiden Länder denn auch in beiden Sprachen.

Auch Waldkirchs Vorgänger im Amt und Ehrenbürger von Châteauneuf-du-Pape, Fritz Deutschmann, meldete sich zu Wort. Es sei ihm immer eine Freude und auch eine Ehre gewesen, bei den Partnerschaftstreffen mitzuwirken und die Partnerkommune zu besuchen. Für ihn sei dies „exemplarische Politik“. Er bedankte sich bei allen Aktiven, die sich für die gegenseitigen Kontakte einsetzen. Jutta Schütz