Ein besonderes Gebäude
Mit einem Festakt wurde am Freitag das Faustforum in Staufen eröffnet
Staufen. Am Wochenende wurde das Bürgerhaus mit Mediathek „Faustforum“ eröffnet. Nach dem offiziellen Festakt am Freitag Abend fand am Samstag das erste Konzert im großen Saal statt. Am Sonntag eroberten beim Tag der offenen Tür die Staufener das „Haus für Alle“, ein Ort für Kultur, Bildung und Gemeinschaft, ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Gäste aus aller Welt.
„Heute ist ein Tag, der Geschichte schreibt“, erklärte Bürgermeister Michael Benitz in seiner Begrüßungsrede. „Nach mehr als einem Jahrzehnt des Planens, Ringens und gemeinsamen Hoffens steht nun mehr als ein Haus, sondern ein Zeugnis des Glaubens daran, dass Kultur ein Gemeinwesen zusammenhalten kann“, resümierte er die wechselvolle Vorgeschichte. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht und uns behutsam unserem Traum genähert.“ Der Erwerb des Areals von der Firma Schladerer und die Aufnahme Staufens in die Städtebauförderung Baden-Württemberg 2016 ermöglichten das Projekt. Aufgrund der ersten Kostenschätzung über 20 Mio Euro wurde 2019 auf die Tiefgarage verzichtet, nach weiteren Einsparungen war mit 18,9 Mio zu rechnen. „Die Finanzierung war von Anfang an gesichert aus Rücklagen und Zuschüssen, es war keine Kreditaufnahme nötig“, betonte Benitz. Corona stoppte das Projekt für einige Zeit, 2022 folgte der Ukrainekrieg. „Trotzdem hielten wir an dem Projekt fest, der Gemeinderat fasste in seiner Sitzung im Juli 2022 den Baubeschluss, der in den Mehrheitsverhältnissen die allgemeine Unsicherheit widerspiegelt.“ Gegen diesen Beschluss formierte sich ein Bürgerbegehren, bei dem folgenden Bürgerentscheid stimmten 61 Prozent der Bevölkerung für das Bürgerhaus. „Danke an die Bürger für die große Zustimmung, das ist ein starker demokratischer Rückhalt“, so Benitz.
Regierungspräsident Carsten Gabbert hob die gelungene städtebauliche Lösung hervor. „Vieles hat ineinander gegriffen, auch der Wohnungsbau ist vorbildlich, das haben Sie bravourös hinbekommen. Respekt für die kommunalpolitischen Entscheidungen, die Sie getroffen haben.“ Dass es Diskussionen gegeben habe bewerte er positiv, die Stadtgemeinschaft habe es miteinander ausgehandelt.
Als ein besonderes Gebäude an einem besonderen Ort bezeichnete Architekt Michael Maucher das Faustforum. Herausfordernd seien die vielfältigen Anforderungen gewesen, vom Treffpunkt für Vereine bis zu großen Veranstaltungen. „Ein funktional und wirtschaftlich erstelltes Bürgerhaus, das nun von den Bürgern in Besitz genommen und kreativ genutzt werden soll.“
Zum Abschluss der Veranstaltung segneten Pfarrer Michael Maas, katholische Gemeinde Staufen-Münstertal, und Pfarrer Theo Breisacher, evangelische Gemeinde Staufen-Münstertal, gemeinsam Haus und Publikum. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jugendmusikschule Südlicher Breisgau.
Dr. Sabine Brandenburg-Frank
