Förderung ermöglicht vieles
Gemeinde Auggen bekommt 900.000 Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm
Auggen. Historische und denkmalgeschützte Gebäude prägen das Ortsbild von Auggen. Um diese zu erhalten und zu sanieren haben die Gemeinde und die Bürger nun eine Hilfe des Landes und des Bundes bekommen: Auggen erhält aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ 900.000 Euro. Am vergangenen Freitag konnte Bürgermeister Ulli Waldkirch die Bescheinigung entgegennehmen.
„In den vergangenen zwölf Monaten haben wir vieles geleistet, um nun hier zu stehen“, freute sich Waldkirch. Denn binnen eines Jahres haben es Verwaltung, Gemeinderat und Bürger geschafft ein Gemeindeentwicklungskonzept sowie ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) zu erarbeiten. Hier wurde die gesamte Bevölkerung mitgenommen: Die Viertklässler der Auggener Grundschule durften Ortsplaner spielen und Vorschläge für Verbesserungen machen, viele Bürger beteiligten sich beim Bürgerworkshop in der Sonnberghalle und zudem befasste sich der Gemeinderat mit diesen Ideen im Rahmen einer Klausurtagung. Das Engagement der Gemeinde war schließlich sicherlich ein Grund, warum Auggen nun direkt in das Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde. Im Rahmen des Städtebauförderprogrammes geht es darum die Attraktivität des Ortes zu steigern, um Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit, erklärte Dr. Johannes Dreier, zuständiger Abteilungspräsident beim Regierungspräsidium Freiburg. Er lobte Auggen, denn „hier ziehen alle an einem Strang“. Das Städtebauförderprogramm läuft zunächst acht Jahre, kann aber verlängert werden, auch können bei Bedarf weitere Gelder abgerufen werden. Bei Projekten der Gemeinde werden über das Programm 60 Prozent der Investitionssumme gefördert.
„Als erstes möchten wir uns nun um den Bahnhof kümmern“, so Waldkirch. Denn nach Jahren der Baustelle könne die Gemeinde hier voraussichtlich im Sommer beginnen, den Platz zu gestalten und für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen. Ideen hat die Verwaltung auch für das Areal der ehemaligen WG und das naheliegende Martin-Luther-Haus. Die Gebäude der alten WG sind aktuell, nicht nur energetisch, veraltet, weiß Waldkirch. Die Gemeinde würde gerne Räume für die Vereine schaffen sowie mittelfristig das Martin-Luther-Haus von der Kirchengemeinde kaufen und sanieren.
Ein weiteres Augenmerk der Gemeinde liegt auf der Neugestaltung des Rathausplatzes. Gerne würde Waldkirch dann auch das angrenzende Tanzhüsli, das wohl älteste Gebäude der Gemeinde, sanieren und öffentlich nutzbar machen. In welcher Form hier eine Sanierung möglich sein wird, wird wohl von der finanziellen Lage abhängig sein.
Doch nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Bürger werden von dem Programm profitieren. „Nicht nur die Förderung ist für Privatleute interessant, sondern vor allem auch die erhöhte steuerliche Abschreibungsmöglichkeit der Investition“, fügte Christian Schäfer, Geschäftsführer des Entwicklungsträgers Kommunalkonzept, hinzu. Aktuell können hier noch keine Anträge gestellt werden, derzeit läuft jedoch bereits eine Vorababfrage bei den Eigentümern. Ist diese abgeschlossen, wird der Gemeinderat spätestens im September über die Förderquote von privaten Bauprojekten entscheiden. Annika Willscheid
