„Ein Paradebeispiel für Chancengleichheit“
Wertschätzung für Clara Fünfgeld vom FC Heitersheim als bundesweite „Amateurin des Jahres 2025/2026“
Heitersheim. Zahlreiche Gäste, Ehrengäste, Mitglieder von Familie und Verein sowie Freunde hatten sich im Vereinsheim eingefunden, um die Ehrung von Fußball-Amateurin des Jahres 2025/26 Clara Fünfgeld zu feiern.
„Wenn man im Leben und im Sport etwas Besonderes erreicht, steht meist auch ein ganz besonderer Mensch dahinter,“ fand Mädchen- und Frauenkoordinatorin Daniela Fünfgeld: „Für den FC Heitersheim ist das heute eindeutig unsere Clara.“ Ihr Engagement als Jugendleiterin und Trainerin der B-Juniorinnen sei mit viel Energie und Herzblut gespickt, so Fünfgeld: “Wenn Clara von etwas überzeugt ist, kann man davon ausgehen, dass sie diese Überzeugung auch vertritt.“ Das fußballerische Talent wurde ihr quasi in die Wiege gelegt, erzählte Daniela Fünfgeld. Claras Großväter sowie die familiäre Verwurzelung im regionalen Fußball prägten ihren Weg und ihre Liebe zum Sport. Die Preisträgerin baute ab 2020 eigenständig den Mädchenfußball des Vereins auf, welcher heute 120 Spielerinnen in fünf Juniorinnen-Teams umfasst, zudem steht sie als Leistungsträgerin der Frauenmannschaft in der Landesliga aktiv auf dem Platz.
Bewundernswerte Ambition
„Vereine sind die Quintessenz einer Gemeinde,“ hob stellvertretender Bürgermeister Harald Höfler hervor. „Aber du, liebe Clara, hast Großartiges geleistet. Du bist wirklich eine Perle für diese Gemeinde.“ Viele in der Gesellschaft würden nur große Reden schwingen, welchen dann jedoch keinerlei Taten folgten, aber Claras Ambition sei „einfach mal machen – und das ist bewundernswert,“ fand Höfler, denn ein solcher Einsatz erfordere neben Disziplin auch Verzicht. „Ich wünschte, in unserem Land würde es mehr von solchen Menschen geben.“
Einen Denkanstoß für die weitere Zukunft der Sportlerin hatte Manfred Pirk, stellvertretender Bezirksvorsitzender (SBFV) im Gepäck – er überreichte ein Trikot des Südbadischen Fußballverbands.
Existenzkampf im Amateursport
„Sowas hat Südbaden noch nicht erlebt,“ bekräftigte Gundolf Fleischer, Präsident des Badischen Sportbundes. Fünfgeld sei die erste Amateurin, welcher diese Ehrung zuteil werde. Fleischer umriss kurz die Finanzsituation im Profifußball, wo astronomische Summen fließen, während im Amateursport oft um die Existenz gekämpft werde, da es auch immer schwieriger werde, junge Menschen für ein langfristiges Vereinsengagement zu begeistern. „Und jetzt haben wir im Markgräflerland eine junge, tolle Frau, die als Vertreterin im Amateurfußball Unglaubliches leistet.“ Deshalb sei es für Südbaden eine große Ehre, dass der DFB diese Ehrung ausspreche. „Liebe Clara, wir sind unfassbar stolz auf dich.“
Wertvolles Ehrenamt
Ronny Zimmermann, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, hob die wertvolle Bedeutung des Ehrenamtes hervor und verwies unter anderem auf ein neues Talentförderungsprogramm des DFB für mehr Frauen und Mädchen im Fußball ab Januar 2027, im Rahmen eines auf vier Jahre befristeten Pilotprojekts.
Beispielhafte Chancengleichheit
Beim Auswahlverfahren zur „Amateurin des Jahres“ habe sich Clara Fünfgeld klar abgesetzt von ihren Rivalinnen, sagte Zimmermann. Ihre Leistung gelte als Paradebeispiel für gelebte Chancengleichheit und zeige, wie viel das unermüdliche Engagement einer einzelnen Person an der Basis bewirken kann. „Wir brauchen solche Menschen wie dich,“ bekundete Zimmermann im Namen des DFB und versprach den Aktiven einen kompletten Trikot-Satz.
Zum Schluss gab es noch persönliche Glückwünsche per Videobotschaft von Nationalspielerin Klara Bühl. Jutta Huber
