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„Frelo“ abermals abgelehnt

Ein knappes Ergebnis erzeugte eine klare Aussage / Keine Fahrrad-Leih-Station für die March

March. Denkbar knapp hat sich der Gemeinderat March nun erneut gegen die Einführung des regionalen Fahrrad-Verleihsystems Frelo ausgesprochen. Die Befürworter hatten den Bedarf mit den seit kurzem viel schlechteren Busverbindungen begründet.

Schon die Vorlage der Gemeindeverwaltung zum Thema nachträgliche Einführung des regionalen Fahrrad-Verleihsystems Frelo für March ließ vermuten, dass es eine knappe Abstimmung geben könne. Hatte man dort doch den positiven Satz „Der Gemeinderat beschließt die Einführung des Fahrradverleihsystems Frelo zum April 2027“ als Beschlussvorschlag ausgegeben. Somit wäre der Antrag bei einem Patt abgelehnt worden. Bürgermeister Helmut Mursa hatte dazu in der Sitzung erläutert, dass die Verwaltung aus Kostengründen dagegen sei und er gegen den eigenen Beschlussvorschlag stimmen werde.

Reevaluation der Ablehnung im Jahr 2025

„Im Zuge der Haushalt-Konsolidierungsberatungen im Jahr 2025 hat der Gemeinderat beschlossen, am Fahrrad-Vermietsystem Frelo nicht teilzunehmen“, erinnerte der Bürgermeister. Der Systemstart der teilnehmenden Gemeinden war im März 2026. Auch rund um March sind fast alle Gemeinden und Freiburger Ortsteile an das System angebunden, zudem erwiesen sich die tatsächlichen Kosten für die teilnehmenden Kommunen als geringer als erwartet worden war. „Durch die Umstellung und Einführung der neuen Regio-Buslinien ab September 2026 verschlechterte sich das Nahverkehrsangebot in March spürbar“, erläuterte Mursa, warum das Thema nun neuerlich im Rat auf die Tagesordnung kam. „Im Zusammenhang mit den Beratungen im Gemeinderat zur Umsetzung des Nahverkehrsplans wurde an die Verwaltung der Auftrag erteilt, die Konditionen für einen nachträglichen Beitritt zu Frelo in Erfahrung zu bringen.“ Letztlich hätte March zum April kommenden Jahres beitreten können, wenn die Gemeinde bis Ende September diesen Jahres einen entsprechenden Beschluss gefasst hätte. Damit wäre sie aber auch verpflichtet gewesen, das Angebot bis zum Ende der aktuellen Ausschreibungs-Periode zum Jahresende 2030 aufrecht zu erhalten. Die Verwaltung stellte nun drei Varianten zur Diskussion, die entweder drei Stationen in Hugstetten, Holzhausen und Neuershausen oder eine Station in jedem Ortsteil beinhaltet hätten.

Dazu wäre auch zu klären gewesen, ob man nur auf normale Fahrräder setzt oder an gemischten Stationen auch je zwei elektrisch unterstützte Pedelecs anbietet. Die Kosten für die Gemeinde hätten zwischen gut 9.000 Euro bis zu 12.600 Euro im Jahr gelegen.

Schwierige Haushaltslage

Für die UBM-Fraktion erläuterte Thomas Gerspach, dass die finanzielle Lage der Gemeinde diese Investitionen derzeit nicht hergebe. „Wir würden gern die Haushaltsberatungen abwarten und anschließend überlegen, ob wir im Folgejahr, also 2028, bei Frelo mitmachen.“ Die schwierige Haushaltslage sehe man in der Fraktion der Grünen auch, erklärte Daniel Frank im Anschluss. „Wir sehen das Angebot aber auch als eine Art Ausbesserung des schlechter gewordenen Nahverkehrsangebots und als sinnvolle und gute Ergänzung.“

Während Daniel Frank und Claudia Probst (SPD) für mindestens drei gemischte Stationen plädierten, schloss sich die CDU der Verwaltung an, während GfM und Holzhausens Ortsvorsteher Rolf Lorenz angesichts des ausgedünnten Nahverkehrs für die flexible Möglichkeit warben, vom Hugstetter Bahnhof aus nach Hause zu kommen.

Ergebnis der Abstimmung

Mursa stellte zunächst vier gemischte Stationen und dann vier Stationen ohne Pedelec zur Abstimmung, beide Vorschläge bekamen nur zwei Ja-Stimmen von der SPD, dazu sieben Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Der vermeintliche Kompromissvorschlag mit nur drei gemischten Stationen ergab sechs Ja-Stimmen von SPD, Grünen und GfM, sechs Mandatsträger der UBM und CDU, dazu Bürgermeister Mursa, waren dagegen; Adalbert Faller der Grünen enthielt sich. Spannend ist die Frage, wie die Abstimmung ausgegangen wäre, wenn das Ratsgremium vollzählig gewesen wäre, schließlich fehlten je ein Ratsmitglied von UBM, CDU, SPD und GfM. Mario Schöneberg