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Das Kaiserstuhlbad in Ihren soll künftig als Vereinbsbad betrieben werden.

Ein gutes Konzept, das trägt

Ihringens Kaiserstuhlbad im Wandel: Martin Rupps Widerspruch und die Konzept-Vorstellung

Merdingen. Viele Interessierte fanden am 14. Juli trotz großer Hitze den Weg zur Einwohnerversammlung in die Turn- und Festhalle. Es wurde deutlich, warum Bürgermeister Martin Rupp den Beschluss zum Kaiserstuhlbad in Ihringen zurückwies und weshalb das vorgestellte Vereinsmodell als tragfähiger Weg in die Zukunft gilt.

Widerspruch von Bürgermeister Rupp

Bürgermeister Rupp eröffnete die Sitzung mit einer ausführlichen Begründung seines Widerspruchs gegen den Merdinger Gemeinderatsbeschluss zur Unterstützung des Kaiserstuhlbads Ihringen (der ReblandKurier berichtete). Er verwies auf die rechtliche Grundlage des §43 Absatz 2 der Gemeindeordnung, der einen Widerspruch erlaubt, wenn ein Beschluss gesetzwidrig ist oder der Gemeinde nachweislich schadet. Rupp betonte, dass die finanzielle Lage Merdingens angesichts eines erwarteten Defizits von rund 600.000 Euro im laufenden Jahr und eines Investitionsbedarfs von etwa 17,5 Millionen Euro bis 2035 keine zusätzlichen freiwilligen Leistungen zulasse. Der Bauhof sei personell knapp besetzt, und Leistungen wie die Bereitstellung eines Rasenmähroboters oder zusätzliche Bauhofunterstützung seien nicht haushaltsneutral, sondern freiwillige Ausgaben, die die Gemeinde derzeit nicht tragen könne.

Der Betreiberverein Kaiserstuhlbad entsteht

Im Anschluss stellte der entstehende Betreiberverein Kaiserstuhlbad sein Konzept vor. Engagierte Bürger wie Tanja Hohwieler aus dem Ihringer Gemeinderat trage die Initiative. Der Verein wartet mit der Gründung auf die Entscheidung der Gemeinde Ihringen, legt aber bereits Satzung und Konzept vor.

Die Suche nach dem richtigen Konzept

Die Verantwortlichen schilderten die aktuelle Situation, die seit dem Beschluss vom 18. Mai keine kommunale Trägerschaft mehr vorsieht. Der Förderverein existiert seit fünf Jahren und sollte ursprünglich zusätzliche Angebote im Schwimmbad finanzieren. Seit Januar 2026 arbeitet die Gruppe an einem tragfähigen Konzept für den künftigen Badbetrieb.

Vereinsbad als beste Lösung

Nach der Prüfung verschiedener Modelle wurde die Konzeption eines Vereinsbades als die stabilste, realistischste Lösung identifiziert. Der Verein plant eine klare Organisationsstruktur mit einem geschäftsführenden Vorstand für Finanzen, Ehrenamt, Kommunikation und Badebetrieb sowie einem erweiterten Vorstand für Verwaltung, Technik, Schwimmbadanlage und Saisonmanagement. Alle Tätigkeiten sollen ehrenamtlich erfolgen. Die Resonanz in der Bevölkerung ist groß, denn bis zum 13. Juli haben sich bereits 207 Personen bereit erklärt, ehrenamtlich mitzuwirken.

Der künftige Badebetrieb

Beim Betrieb setzt der Verein auf einen siebentägigen Rhythmus mit Öffnungszeiten von 14 bis 20 Uhr für die Öffentlichkeit und einer erweiterten Öffnungszeit von 10 bis 20 Uhr für Mitglieder des Fördervereins. Frühschwimmertage und zusätzliche Zeiten für Schulen, Kurse und Vereinstraining sind vorgesehen. Ein modernes Zugangssystem soll zunächst mit Kassenpersonal kombiniert werden. Hohwieler hob hervor, dass ein Verein als Träger schneller reagieren könne als eine Kommune. Ein zentraler Punkt des Konzepts sei die Sicherheit. Die DLRG unterstütze das Projekt und wolle Mitglieder zu Rettungsschwimmern ausbilden.

Das Finanzierungskonzept

Das Finanzierungskonzept, vorgestellt von Florian Fringer, sieht ab 2029 eine Konsolidierung vor. Durch ehrenamtliche Mitarbeit sollen Personalkosten, der größte Kostenblock, deutlich reduziert werden. Die Jahreskarte soll künftig über die Vereinsmitgliedschaft laufen, mit einer Anpassung von 120 auf 220 Euro.

Insgesamt kalkuliert der Verein mit Erlösen von rund 260.000 Euro und einem vorsichtigen Überschuss von etwa 12.250 Euro. Weitere Einnahmen sollen über Spenden, Verpachtungen, Sponsoring und Förderprogramme erzielt werden. Es wird sechs Phasen von der Konzeptvorstellung über die Sanierung bis zur Eröffnung im Mai 2028 geben. Der Förderverein zählt derzeit 962 Mitglieder, davon 111 aus Merdingen. Rupp rief zum Ende des Tagesordnungspunktes zu Engagement und Mitgliedschaft auf, um das Kaiserstuhlbad zu erhalten. Martin Büttner