„Auffällig unauffällig“
Polizeirevier Breisach präsentiert Kriminalstatistik 2025
Breisach. Unauffällig haben sich vergangenes Jahr die Straftaten in Breisach und den umliegenden Gemeinden entwickelt. Dies geht aus der Kriminalstatistik 2025 des Polizeireviers Breisach hervor, die Revierleiter Joachim Adler, sein Stellvertreter Jakob Wölfle und Magdalena Klein aus der Führungsgruppe des Reviers vorstellten. Die Zuständigkeit des Polizeireviers Breisach inklusive der beiden Polizeiposten Bötzingen und March umfasst die Stadt Breisach sowie die Gemeinden Bötzingen, Eichstetten, Gottenheim, Ihringen, March, Merdingen, Umkirch und Vogtsburg mit ca. 58.000 Einwohnern. Dabei liegt die Besonderheit in der Lage zwischen der Grenze zu Frankreich im Westen und der Großstadt Freiburg im Osten.
Während im überregionalen Vergleich die Gesamtzahl der Straftaten im Land Baden-Württemberg bei 4.643 und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bei 4.286 liegen, registrierte das Polizeirevier Breisach lediglich 3.923 Straftaten (jeweils bezogen auf 100.000 Einwohner). „Wir sind in einem ländlich geprägten Bereich mit intakten Strukturen,“ führte Joachim Adler die konstante Entwicklung auch auf die Rahmenbedingungen zurück. Der Revierleiter zog einen mehrjährigen Vergleich: „Die Straftaten sind seit 2022 in etwa konstant geblieben. Zwar ist jede Straftat eine zu viel. Wir sind aber nach wie vor eine der sichersten Regionen im Land“.
Jakob Wölfle ging bei den Delikten ins Detail: „Wir hatten deutliche Rückgänge bei Wohnungseinbrüchen (-62,5 %), Rauschgiftkriminalität (-30,8 %), Cyberkriminalität (-18,7 %) und Sexualdelikten (-16,7 %). Dagegen sind Raub und räuberische Erpressung (+50 %), Betrug (+25,8 %) und Diebstahl (+15,4 %) angestiegen“. Allerdings gelte es zu relativieren, denn die Delikte Raub und räuberische Erpressung bewegten sich auf niedrigem Niveau: „12 Fälle im Jahr sind wenig, aber eben ein Anstieg von 4 Fällen gegenüber dem Vorjahr“ erläuterte Jakob Wölfle die absoluten Zahlen. Der Rückgang der Rauschgiftdelikte sei auf die Legalisierung des Cannabis-Konsums zurückzuführen.
Anlass zur Sorge geben aber die Entwicklung in einem anderen Bereich. Gewalttaten gegen Polizeibeamte sind um 61,5 % gestiegen. Joachim Adler sah hier eine gesellschaftliche Problematik: „Der Respekt gegenüber Amts- und Mandatsträgern ist in den letzten Jahren massiv gesunken. Dies macht auch vor der Polizei nicht Halt“. Gleiches beobachte man bei Rettungssanitätern und Feuerwehren. Mit De-Eskalationsschulungen und dem Tragen von Body-Cams versuche man gegenzuwirken.
Auch die Aufklärungsquoten sind unauffällig
Wie die Delikte liegen auch deren Aufklärungsquoten in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Gewalttaten gegen Partner konnten zu 100 % und Körperverletzungen zu 95 % aufgeklärt werden. Allerdings weiß der Revierleiter um die hohe Dunkelziffer: „Nur ein kleiner Teil dieser Taten werden angezeigt. Hier wollen wir verstärkt präventiv tätig sein“. Weniger erfolgreich sei man bei der Aufklärung von Diebstählen, hier könne man lediglich etwa ein Viertel aller Fälle aufklären. Joachim Adler kennt den Grund: „Überwiegend handelt es sich um Diebstahl von Fahrrädern oder Gegenständen aus unverschlossenen Autos. Bis eine Anzeige erfolgt, verstreicht meist viel Zeit“. Und einen einfachen Tipp hat der Revierleiter auch parat: „Immer Fahrrad und Auto abschließen“. Denn gerade in Breisach verschwinden viele Täter mit ihrem Diebesgut über die Grenze. Folgerichtig stellen bei den ausländischen Straftätern französische Staatsbürger die größte Gruppe.
Joachim Adler ist es wichtig, den Bürgern trotz der objektiv niedrigen Kriminalitätszahlen ein besseres Sicherheitsgefühl zu vermitteln: „Kriminalität wird von uns nicht verwaltet, sondern wir steuern aktiv dagegen“. Deshalb wurde in enger Abstimmung mit den Kommunen die wahrnehmbare Präsenz durch Streifenwagen und dem Einsatz einer Fahrradstreife erhöht. Werner Seger
