„Gottenheim liegt auf der Intensivstation“
Informativer, unterhaltsamer Sommerempfang in Gottenheim mit rund 200 Besuchern
Gottenheim. Brütend heiß war es beim vierten Sommerempfang der Gemeinde Gottenheim am Sonntagvormittag auf dem Campus in der Schulstraße. „Das war jedes Mal so beim Sommerempfang“, erinnerte Bürgermeister Christian Riesterer. Umso schöner, dass trotzdem rund 200 Neugierige gekommen waren, darunter, als einzige Landespolitikerin, die SPD-Landtagsabgeordnete Viviane Sigg.
Der Gottenheimer Sommerempfang läuft ab wie eine unterhaltsame Talk-Show im Fernsehen – nur eben total lokal und ohne Kamera. Dennoch war mit der vor einigen Jahren zugezogenen Gottenheimerin Julica Goldschmidt ein absoluter Medienprofi am Mikrofon. Die baden.fm-Moderatorin und Stadionsprecherin des SC Freiburg ist eine der bekanntesten Stimmen der Region und führte mit Witz und Charme souverän durchs Programm. Eingebettet in erfrischende Talks mit weltmeisterlichen Cheerleadern aus der Gemeinde über die anstehende Europameisterschaft in Kroatien, mit wichtigen Strippenziehern aus der Vereinswelt über das Vereinsleben in Gottenheim allgemein und das Anfang September anstehende Hahleraifest im Speziellen, Wissenswertes über den Verein „Generation Gemeinsam“ und porträtierende Interviews mit dem Lebensretter Felix Gutekunst, der TV-Köchin und Influencerin Mira Maurer und dem Hochsprungtalent Marie Spielmann, ging es beim Talk auch um handfeste Politik und die großen Sorgen der Gemeinden.
Die großen Sorgen der Gemeinden
Diese hingen, wie Christian Riesterer bildlich erläuterte, am Tropf der Steuergelder. Wenn diese aber nur tröpfelten habe das fatale Folgen. „Um im Bild zu bleiben: Gottenheim liegt auf der Intensivstation“, führte der Bürgermeister aus. Dabei gehe es Gottenheim bei einer geringen Pro-Kopf-Verschuldung von 190 Euro noch weit besser als den meisten anderen Gemeinden. Es könne nicht sein, führte Riesterer aus, das Bund und Land den Kommunen immer mehr Aufgaben und Pflichten auferlegten, dies aber nicht von Geldströmen zur Finanzierung begleitet werde.
Aktionstag „Kommunen am Limit“
Deshalb beteilige sich Gottenheim auch am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“. Dieser fand am Tag nach dem Sommerempfang, am Montag, 22. Juni, statt und machte auf die missliche Situation der Gemeinden aufmerksam. Riesterer forderte mehr Vertrauen und Unterstützung für die Kommunen und die Akteure vor Ort. „Wenn sich da nichts ändert, mache ich mir um die Zukunft schon einige Sorgen.“ Auf Fördergelder hofft der Bürgermeister im Übrigen auch für das Projekt eines Schattenpfades im Wald, einer notwendigen und sinnvollen Klimaanpassungsmaßnahme, die vom Gemeinderat in dieser Woche noch beschlossen werden solle.
Ernste und heitere Worte, eine große Themenvielfalt, interessante Gäste, begleitet von kostenlosen Getränken und Speiseeis. Gottenheim hat viel zu bieten – das wurde beim Sommerempfang 2026 einmal mehr deutlich. Frank Rischmüller
