Weinlese-Finale am Tuniberg
Die Verantwortlichen erwarten einen qualitativ sehr guten Wein-Jahrgang 2026
Tuniberg. âIm Vergleich zu anderen Anbaugebieten in der Region ist der Tuniberg beinahe eine Insel der Seligenâ, erklĂ€rt der zustĂ€ndige Weinbauberater Egon Zuberer im Rahmen der vom Verein Tuniberg Wein ausgerichteten Herbst-Presse-Fahrt. âDie Trauben sind richtig gesund und dank des Regens zum Monatswechsel auch reifâ, erklĂ€rt der beim Landratsamt tĂ€tige Weinexperte. âVorher hatten wir schon ein wenig Bedenken, weil es so trocken warâ. Die Hitze habe die Ăchsle, also den Zuckergehalt der Beeren, schnell in die Höhe getrieben. Aber richtig guten Geschmack bekĂ€men sie ja erst, wenn die Pflanze nach Regen auch die Mineralien des Bodens in die Beeren einlagern könne. Zuberer erlĂ€utert auch, dass es in vielen Anbaugebieten in Baden groĂe Verluste wegen der langanhaltenden Trockenheit gegeben habe. Im Tuniberg stĂŒnden aber viele Weinreben auf tiefen Löss-Böden und könnten sich ihr Wasser aus groĂen Tiefen holen. âSo knapp zehn Prozent der Pflanzen haben auch hier TrockenschĂ€denâ, erlĂ€utert der Weinbauberater. Das seien zumeist die Reben, die direkt auf felsigem Boden stĂŒnden oder die am Rande der Rebterrassen. Auch die jetzt zu erntende Masse sei im Vergleich zu anderen Regionen gut, so Zuberer. âIn manchen Anbaugebieten kann pro Ar nur maximal 70 bis an die 80 Kilogramm Trauben geerntet werden, hier sind sind es beim Burgunder 90 bis 120 Kilogramm, bei ertragreicheren Sorten wie dem MĂŒller-Thurgau wird sogar das Soll von 160 Kilogramm erreicht oder ĂŒberboten.â Und das bei erstaunlichen Mostgewichten, die MĂŒller-Thurgau-Trauben hatten am Anfang der Lese schon mehr als 80 Grad Ăchsle, spĂ€ter sei das Mostgewicht sogar auf ĂŒber 90 Ăchsle hochgegangen. Auch fĂŒr den SpĂ€tburgunder sei es am Tuniberg ein gutes Jahr gewesen, erlĂ€utert Zuberer, die Trauben stĂŒnden wunderbar dar und der Wein bekĂ€me eine intensive Farbe. Einzig die Herstellung des immer beliebter werdenden RosĂ©s erweise sich unter diesen Bedingungen als schwierig, weil der Traubensaft schon kurz nach der Ernte viele Gerb- und Farbstoffe aus der Beerenhaut bekomme. Es sei ein GlĂŒck, erklĂ€rt GĂŒnter Linser, Vorsitzender vom Verein Tuniberg Wein, dass beim Unwetter vom Dienstag vergangener Woche keine gröĂeren SchĂ€den an den Reben entstanden seien. Die oberen BlĂ€tter zeigten zwar Löcher vom Hagel, doch der Sturm hĂ€tte dazu gefĂŒhrt, dass die Hagelkörner ĂŒber die Trauben hinweggeflogen seien. Auch sonst sei der Jahrgang 2026 ein sehr besonderer, erlĂ€utert Linser. âDie Vorlese hat am Tuniberg am 25. August begonnen, die Hauptlese startete am 31. August, in der kommenden Woche sind wir fertig.â Noch vor 20 oder 30 Jahren wurde erst Ende September, Anfang Oktober mit der Ernte begonnen und sie dauerte in vielen Jahren bis in den November hinein. Durch die Hitze seien die Trauben sehr frĂŒh reif geworden, das wenige Wasser habe dazu gefĂŒhrt, dass die einzelnen Beeren kleiner seien und eine sehr starke Haut hĂ€tten. Das merke auch er, erlĂ€utert Dennis Konstanzer, der fĂŒr einen Lohn-Unternehmer einen der zahlreichen Vollernter fĂ€hrt, mit denen mittlerweile der GroĂteil der Trauben-Ernte eingefahren wird. Es sei so gar nicht so einfach, den Vollernter richtig einzustellen, damit die Beeren zwar geerntet werden können, aber nicht so viel vom Rebensaft verloren gehe. Dennoch sei die Ausbeute in diesem Jahr geringer als sonst, ergĂ€nzt GĂŒnter Linser. ErgĂ€ben ein Kilo Traubenernte im Normalfall etwa 850 Gramm Traubensaft, blieben in diesem Jahr meist nur rund 700 Gramm Saft ĂŒbrig. DafĂŒr gebe es aber auch weniger Probleme mit Pilz-Krankheiten oder Schad-Insekten. Dadurch musste diesmal weniger Pflanzenschutz gefahren werden, als in den Vorjahren. VerĂ€nderungen gebe es auch bei der Vermarktung der Tuniberger Weine, erlĂ€utert Linser. Die Weine der acht Genossenschaften werden beim Badischen Winzerkeller ausgebaut und dann sowohl zentral als auch ĂŒber die Weinverkaufsstellen der Genossenschaften vermarktet. Hier habe man sich aber fĂŒr weniger klein-klein entschieden, informiert Linser, der auch Vorsitzender der Opfinger Winzer ist. Statt teuer und aufwĂ€ndig fĂŒr jeden Ort eigene Weinlinien zu produzieren, sollen sich die Tuniberger Weine kĂŒnftig auf wenige gemeinsame Produkte beschrĂ€nken. Das soll auch helfen, die aktuell schwierige Marktlage zu verbessern und Kosten zu sparen.
Kern ist hierbei die schon in der Gastronomie und im Fachhandel bekannte Marke Graf von Kageneck, als bekannte Lage soll der Attila-Felsen oberhalb von Niederrimsingen fĂŒr ein einheitlicheres Erscheinungsbild sorgen. Der Festplatz am Attila-Felsen sei auch der zentrale Ort fĂŒr Veranstaltungen im Tuniberg, erlĂ€utert Linser. Der Verein Tuniberg Wein habe diesen in den zurĂŒckliegenden Jahren durch zahlreiche bauliche MaĂnahmen sowie Rosen- und Baumpflanzungen aufgewertet und dabei rund 35.000 Euro in das GelĂ€nde und dessen Pflege investiert. Daher sei er zuletzt etwas irritiert gewesen, so Linser, dass die Stadt Breisach nun fĂŒr den hochwertig gestalteten Platz eine NutzungsgebĂŒhr von den Tuniberger Winzern verlange. Bis zum Herbstfeuer, das fĂŒr den 10. Oktober geplant ist, wolle er daher nochmal mit den Verantwortlichen ins GesprĂ€ch kommen. Letztlich sind sich sowohl Weinbauberater Egon Zuberer als auch Tuniberg-Wein-Chef GĂŒnter Linser aber auch einig, die Weinfreunde können sich auf einen richtig guten Jahrgang 2026 freuen. (mag)
