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Gemeinde und Sport-AK ehren 70 Sportler

Denzlingen (hg). Seit 45 Jahren lädt die Gemeinde Denzlingen zusammen mit dem Sport-Arbeitskreis jährlich alle sportlich erfolgreichen Jugendlichen, Frauen und Männer ein zu einer „Sportlerehrung“. „Erfolgreich“ bedeutet in diesem Fall mindestens auf Landesebene bis hin zu einer Weltmeisterschaft.
Erstmals lud dazu im Jahr 1981 der damalige Bürgermeister Wolfram Dennig zusammen mit dem Vorsitzenden des Sport-Arbeitskreises, Peter Kindt, in die große Sporthalle an der Stuttgarter Straße ein, wo neben der Auszeichnung für über 100 Sportler auch ein attraktives Unterhaltungsprogramm mit einigen Vorführungen für die geladenen Gäste stattfand. Am vergangenen Freitag lud Bürgermeister Fabian Nitz erstmals in seiner Amtszeit zur Sportlerehrung ein; den Sport-Arbeitskreis vertrat dessen Vorsitzender Matthias Schubien.
Der Bürgermeister eröffnete den Abend im Rocca-Saal, wo diesmal rund 70 Sportler verschiedenen Alters und Geschlechts geehrt werden konnten, an der Spitze Weltmeisterschaftsteilnehmer, Deutsche Meister und zahlreiche Sportler, die auf Landesebene oder in vergleichbaren Leistungsstufen erfolgreich waren. Besonders dankte der Bürgermeister allen Personen, „die hinter den Sportlerinnen und Sportlern stehen“, nämlich Eltern, Trainer und Betreuer. Sportliche Spitzenleistungen könne man nur mit Unterstützung erbringen. Neben dem familiären Kreis sei das gesamte Umfeld wichtig, namentlich der Verein mit zahlreichen Ehrenamtlichen.
Als neuer Bürgermeister habe er festgestellt, dass die „Gemeinde Denzlingen herausragende sportliche Infrastrukturen“ habe. Dabei wisse man, dass diese „an der ein oder anderen Stelle … etwas in die Jahre gekommen“ seien. Allerdings könne man sagen, „dass die Infrastruktur in der Gemeinde Denzlingen wirklich perfekt für den Breiten- und auch den Spitzensport“ sei. Nitz nannte in diesem Zusammenhang das Bad „Mach Blau“, das Stadion neben dem Bildungszentrum und das Fußballstadion am Einbollen. Die Gemeinde sei „weiterhin bestrebt, jede Bundes- und Landesförderung in Anspruch zu nehmen, um diese Infrastruktur auch in die Zukunft zu tragen.“ Als Dank für das umfangreiche sportliche Engagement überreichte er Matthais Schubien einen kleinen Geschenkkorb.
„Weg von TikTok und Instagram“ Matthias Schubien nahm als Sprecher des Sport-Arbeitskreises den Ball auf und betonte, dass man bei der Ehrung von 70 erfolgreichen Sportlern „die Repräsentanten des Sports“ ehre. In den Denzlinger Sportvereinen seien etwa 5.000 Personen engagiert, somit mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Es sei für alle Sportler eine Freude, „insbesondere Kinder von der Straße zu holen“ und ihnen eine Ausbildung zu geben. „Hauptsache wir bringen sie weg von TikTok und Instagram und zeigen ihnen, dass sie selbst viel mehr können.“ Schubien erinnerte ebenso an die „in die Jahre gekommenen Sportstätten“ und bat den Bürgermeister ohne Umschweife: „Fördermittel sind sehr eng, aber wenn irgendwas geht, investieren Sie das Geld in Sport, vielleicht nicht unbedingt in die Sauna.“ Wenn die Gemeinde die Sozialarbeit sämtlicher ehrenamtlich tätigen Trainer und Betreuer mit üblichen Stundenlöhnen bezahlen müsste, wäre sie nicht nur verschuldet, sondern „wirklich völlig bankrott“, stellte Schubien fest, wobei er allseits Zustimmung und Beifall fand.
Die Sportlerehrungen selbst erfolgten diesmal ohne die seit Jahren übliche Medaille. Vielmehr erhielten alle Geehrten jeweils neben einer Urkunde ein Handtuch mit aufgesticktem Signum der Gemeinde Denzlingen. Zwei junge Tänzerinnen, Bella und Hanna, gaben zwei gekonnte Kostproben ihrer tänzerischen Kunst. Soweit sie anwesend sein konnten, wurden alle Geehrten vor die Bühne gerufen, wo sie nach entsprechenden Fragen der beiden Moderatoren einen kleinen Einblick in ihr Trainings- und Sportprogramm gaben. An einer großen Leinwand konnten die anwesenden Besucher, Trainer und Betreuer, Fotos von den Sportlern und deren Erfolgslisten verfolgen. Schließlich lud die Gemeinde zu einem Umtrunk und Imbiss ein.