Kabarett mit Witz und Tiefgang
Glottertal (db). Martin Wangler alias „Fidelius Waldvogel“ gastierte am letzten Sonntagabend mit seinem aktuellen Programm „Land in Sicht“ bei der Glottertäler Metzgerei Reichenbach. Rund 400 Gäste sorgten bei brütender Hitze für ein „ausverkauftes Haus“.
Landwirtschaftsministerin Marion Gentges überreichte zu Beginn Hausherr Ulrich Reichenbach das Qualitätssiegel „Natürlich. Von Daheim“. Als Botschafterin der Regionalmarke und der gesamten Tour brach sie eine überzeugte Lanze für die regionale Wertschöpfungskette und warb für den regionalen Einkauf vor Ort. Produkte aus der Region hätten meist kurze Transportwege, würden zum Klimaschutz und Tierwohl beitragen und böten hohe Qualität, Nachhaltigkeit und Frische.
Alles aus einer HandDie Metzgerei Reichenbach passe geradezu perfekt zu dieser Regionalmarke, befand die Ministerin. Reichenbach stellte sein einzigartiges Konzept – „Alles aus einer Hand“ – vor und erntete dafür reichlich Beifall. Weder das Publikum noch die Ministerin nahmen ihm indes seinen kleinen Namensversprecher bei der Begrüßung der Ministerin übel. Im Gegenteil, es „menschelt“ eben im Glottertal, was den Auftritt des Metzgermeisters noch authentischer und glaubhafter machte.
Ein echter TypEin ähnlicher Typ voller Ecken und Kanten ist auch das Breitnauer Urgestein Martin Wangler, ein wachechter Schwarzwälder, bekannt auch als Schauspieler aus der TV-Serie „Die Fallers“. Bereits zum zehnten Mal tourt er mit seinem alten Traktor und seiner Wanderbühne „Stubewägeli“ durchs „Ländle“. An über 200 Spielorten hat Wangler in den letzten zehn Jahren ca. 50.000 Besucher unter freiem Himmel begeistert. Längst hat seine Tour Kultstatus erreicht. So auch im Glottertal, wo das Areal vor der Metzgerei bis auf den letzten Platz besetzt war. Einmal mehr verkörperte Wangler die Figur des bodenständigen, heimat- und weltoffenen und stets pfiffigen Schwarzwälders mit Herz. Auf originelle und humoristische Weise setzt er sich auch kritisch und tiefgründig mit tagesaktuellen Themen auseinander (u.a. fehlende Nachfolgereglung in der Landwirtschaft, Kampf um gerechte Fleisch- und Milch-Preise, KI und die Folgen für den gesunden Menschenverstand). Zusammen mit seiner Band „Die Waldvögel“ betrachtete er den hohen Wert der Heimat und des einfachen Lebens getreu der Devise „weniger ist mehr“. Er verwies auf den Wert einer heimischen Speckschwarte oder die Bedeutung des „Biotops Kuhfladen“ für die ganze Gesellschaft. Genuss und Konsum sei eben auch immer Haltungssache. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob er das Gras lieber mähen oder eben rauchen möchte. Mit tosendem Applaus wurde Wangler am Ende seines gut zweieinhalbstündigen Kabarettprogramms von der Bühne verabschiedet. Infos zur Tour: www.fidelius-waldvogel.de
