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„Tanz und Musik erschafft Heimat“

Glottertal (aza). Etwa 200 Bürger besuchten den Neujahrsempfang der Trachtenkapelle in der Eichberghalle am Sonntagnachmittag. Beim Sektempfang mit Neujahrsbrezel spielte die Bläserjugend auf. Das Große Orchester, die Trachtentanzgruppe sowie die Glottertäler Musikanten sorgten für weitere Unterhaltung. Bernhard Würzburger präsentierte einen Abriss über 200 Jahre Musikverein.
Mit einem Gläschen Sekt und einem Stück Neujahrszopf wurde man beim Neujahrsempfang der Trachtenkapelle in der Eichberghalle Sonntagnachmittag begrüßt. Die Veranstaltung diente als Auftakt zum 200-jährigen Bestehen der Trachtenkapelle, das mit verschiedenen, kostenlosen Events das ganze Jahr verschönern wird. Die Bläserjugend sorgte dabei mit der neuen Dirigentin Lianne Eveleens für den musikalischen Hintergrund mit „Die Schöne und das Biest“ von Alan Menken und den zwei Sätzen der „First Suite in Es“ von Gustav Holst.
Das Große Orchester übernahm dann die Bühne mit einem Satz aus der „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel sowie dem Yorckscher Marsch Marsch von Ludwig van Beethoven. Letzterer wurde etwa zum Gründungsjahr der Trachtenkapelle vor 200 Jahren komponiert. Mit dem Marsch des ehemaligen (1966 -1977) Dirigenten Viktor Hasselmann „Echowalzer“ verabschiedete sich das Große Orchester dann wieder. Präsident Bernhard Würzburger animierte dabei das Publikum kräftig zum Mitschunkeln.
Vereinsvorstand Clemens Laule bedankte sich derweil bei allen „Mitwirkenden, Organisatoren, Zupackenden und Mitmachenden“. Der Neujahrsempfang, dessen Ruf etwa 200 Interessierte gefolgt waren, sei in der Geschichte des Vereins der erste seiner Art. Daher habe man nicht einschätzen können, wer alles komme. Wie das uneingeschränkte Nachschenken der Sektgläser und auch die vorhandenen Neujahrsbrezeln zeigten, war der Verein hierfür jedoch sehr gut gerüstet.
Ausflug in die Vergangenheit Bürgermeister Karl Josef Herbstritt gratulierte dem Verein mit einem Fässchen Wein vom „Roter Bur“ und bedankte sich für das „Ehrenamt zum Nulltarif“, welches das soziale Gefüge der Dorfgemeinde enorm stärke und eine Schlüsselqualifikation für die soziale Entwicklung der Kinder darstelle. Damit zeige sich die Trachtenkapelle als „Brückenbauer“, denn „Tanz und Musik erschaffe Heimat“.
Vereinspräsident Würzburger wartete im Anschluss an das Grußwort mit einer Multimediapräsentation zur Geschichte des Vereines auf. Er selbst kam 1963 als Elfjähriger zur Trachtenkapelle und war von 1987 bis 1999 Vorstand. Im Jahr 1826 ermutigte der neue Lehrer im Ort die Menschen zum Musizieren. Sehr zum Missfallen des damaligen Pfarrers, der die „Teufelsmusik und Türkische Duddelei“ verteufelte. Die Entwicklung konnte er dennoch nicht stoppen, weshalb er der Vereinsgründung unter der Voraussetzung zustimmte, dass nie in der Kirche gespielt werde und es keine Musikumzüge „von Haus zu Haus“ gäbe.
Seither hat die Trachtenkapelle eine bewegte Geschichte mit großen Erfolgen auch auf der Weltbühne mit Kino- und Fernsehverfilmungen hinter sich. So wird ganz aktuell am kommenden Samstag, 17. Januar, die Trachtengruppe bei „Schlagerspaß mit Andy Borg“ ab 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen zu bewundern sein. Würzburger gab einen Abriss über die letzten Dirigenten und Vorstände ab 1960, da es seither nach dem Motto „Immer vorneweg“ kontinuierlich voran gehe.
Ausklang Videoglückwünsche aus der ganzen Welt wurden eingespielt. Unter anderem gratulierte auf diese Weise auch der Landesvater Winfried Kretschmann. Begleitet durch die „Glottertäler Musikanten“ zeigten die Trachtengruppe nun mit drei Tänzen (Rheinländer, Hopp Marianelli und Föhrentäler) warum sie am Samstag tänzerisch im Fernsehen zu bewundern sind. Der gemütliche Ausklang wurde dann von den „Glottertäler Musikanten“ mit zahlreichen böhmisch-mährischen Stücken begleitet und gab den Besuchern die Gelegenheit zu vielen netten Gesprächen.