Trachtenkapelle brillierte im Kerzenschein
Glottertal (aza). Wieder einmal durfte die Trachtenkapelle Glottertal ein volles Haus zu ihren beiden Lichterkonzerten begrüßen. Der erste Part gehörte der Bläserjugend mit ihrer neuen Dirigentin Lianne Eveleens. Später zeigte Interims-Dirigent Martin Maier am Pult, dass auch er das Beste aus den Musikern des Großen Orchesters kitzeln konnte.
Traditionell eröffnete die Bläserjugend wie immer die beiden ausverkauften Lichterkonzerte in der Eichberghalle. Erstmals hielt die neue Dirigentin Lianne Eveleens dafür den Taktstock in den Händen und untermalte das Flair von Hunderten brennender Kerzen mit kunstvoller Blasmusik. Zuvor begrüßte Präsident Bernhard Würzburger alle Anwesenden und läutete die 200-Jahr-Feier, die 2026 die Trachtenkapelle dominieren wird, schon mal vorsorglich ein, mit der Ankündigung für den Neujahrsempfang am 11. Januar um 16 Uhr, der für alle Interessierten offensteht. Auch die kleine Festzeitschrift, die jeder Glottertäler Haushalt empfangen haben sollte, legte er den Zuschauern ans Herz.
Der bekannte „Sleigh Ride“ von Leroy Anderson, der in eine verschneite verzauberte Schlittenfahrt zur Weihnachtszeit einlud, ließ die Anwesenden in den Lichterglanz des Konzerts gleiten. „Die Schöne und das Biest“ von Alan Menken schloss sich der Schlittenfahrt an, ehe die Musiker sich an die zweisätzige „First Suite in Es“ von Gustav Holst wagten. Amalia Kunz und Viktoria Schwill brachten den Zuhörern die Stücke näher. BJ-Vorstand Simon Lickert hatte einen passenden Einstand für die Dirigentin vorbereitet. Die geforderte Zugabe blieb natürlich nicht aus, die mit dem „Jingle Bells Galopp“ erfüllt wurde.
Seit dem Kirchenkonzert an Fronleichnam ist Dirigent Denis Laile leider erkrankt, weshalb das Große Orchester auf seinen Vize-Dirigenten Martin Maier zurückgriff. Der eigentlich im Posaunenregister beheimatete Musiker hatte bereits beim letzten Lichterkonzert die Leitung der Bläserjugend inne. Außerdem sorgte er für einen lückenlosen Übergang vom langjährigen Dirigenten Stefan Rinklin zum heutigen Leiter Denis Laile, indem er beim Kirchenkonzert 2023 am Pult stand, wo er sein Talent bereits hinreichend demonstrieren konnte. Mit dem Klassiker der fünfsätzigen „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel zeigte er, dass er das richtige Händchen für die Konzertauswahl getroffen hatte.
„Mount Everest“ in einer Komposition von Rossano Galante lockte nach der Pause mit einem spektakulären Rundflug über die Schönheit des höchsten Berges der Welt. Die dreiteilige „Shamrock Rhapsody“ von Alexandra Carlin entführte anschließend in die wilde Seele Irlands. Ein Seufzen ging danach durch das Publikum, als die ersten Töne des Filmklassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu hören waren. Sofort konnte man in Kindheitserinnerungen schwelgen, während der aufmerksame Zuhörer den gesamten Film an sich vorüberziehen sah. Gespickt mit diversen kleinen Soloeinlagen zeigten viele Musiker ihr Können. So waren auch zwei Blockflöten zu hören, gespielt von Jasmin Reichenbach und Louisa Schneider. Die bekannte Titelmelodie interpretierte zudem Valentin Drayer mit seiner Oboe oder Johanna Kunz mit dem Sopransaxophon perfekt.
Einen würdigen Konzertabschluss präsentierte die 80-köpfige Musikerschar in Tracht mit dem „Olympic Spirit“, den der weltberühmte Filmkomponist John Williams anlässlich der Olympischen Spiele in Seoul im Jahr 1988 geschaffen hat. Doch bevor das hervorragende Konzert sein Ende fand, bedankte sich Vorstand Clemens Laule bei Maier für seine Bereitschaft, in die großen Fußstapfen der professionellen Dirigenten getreten zu sein und damit das Lichterkonzert 2025 gerettet zu haben. Sein Dank ging auch an die vielen Helfer und Unterstützer sowie an die Musiker selbst, bevor er einen kleinen Abriss über die kommenden Termine im Jubiläumsjahr gab.
Dass es den Gästen gefallen hat, zeigten sie durch lautstarkes Verlangen nach Zugaben. Mit dem „Yorckschen Marsch“ und „Fairytale of New York“ kam das Große Orchester dieser Forderung gerne nach. Obwohl die Anwesenden gerne eine weitere Zugabe gehört hätten, zogen sich die Musiker – ebenfalls traditionell – nach der zweiten Zugabe zurück.
Leistungsabzeichen: Um in die Bläserjugend aufgenommen zu werden, dürfen sich die nachrückenden Zöglinge dem Musikerleistungsabzeichen in Bronze stellen, an das sich dieses Jahr Moritz Kostenbader, Hannah Laule, Joseph Maier, Sebastian Oberkirch, Sorina Popa und Johannes Wisser mit Bravour wagten. Wer Silber schafft, darf auch ins Große Orchester aufrücken, was Marlene Feser, Pia Lindinger und Noah Strecker für sich beanspruchen konnten. Am ersten Konzerttag, der immer am ersten Weihnachtstag stattfindet, konnten die Jungmusiker ihre Abzeichen durch die Vorstände Simon Lickert und Jonas Lindinger in Empfang nehmen.
