„Worte, die nicht trennen, sondern versöhnen“
Denzlingen (hg). Seit 1997 laden die christlichen Kirchen und Gemeinschaften Denzlingens am Pfingstmontag zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. Am Montag pilgerten auch Gäste aus Vörstetten mit Pfarrer Martin Haßler zur Ruine von St. Severin, der ehemaligen Wallfahrtskirche der Region.
Für die musikalische Begleitung sorgte diesmal Masami Nagakura am E-Piano. Unter der Leitung von Ralf Blattmann sang der Chor der Neuapostolischen Gemeinde.
Seit 1997 versammeln sich Christen verschiedener Konfessionen in der Ruine von St. Severin auf dem Mauracher Berg. Mit über 150 Besuchern war der Gottesdienst auch diesmal wieder sehr gut besucht, wie die besetzten Bänke in der Kirchenruine anzeigten. Etliche Besucher fanden sogar keinen Sitzplatz mehr. Das schon oft bei dieser Gelegenheit (aus dem Lautsprecher gehörte) Glöcklein des Bruders, der einstmals die Kirche betreute, war diesmal nicht zu hören, dafür aber ein Mann an einer Drehorgel vor dem rosenumrankten gotischen Portal mit der Inschrift 1497.
Professor Dieter Geuenich, der sich als Historiker seit Jahren um die ökumenische Feier an dieser historisch bedeutsamen Stätte kümmert, hatte auch diesmal wieder einen Fahrdienst für Personen organisiert, denen der Weg hinauf zur Kirche zu beschwerlich war. Eingangs erläuterte er die Hintergründe, die 1997 Anlass gewesen seien, an dieser Stätte einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Seither sei es eine liebgewordene Tradition geworden, sich am Pfingstmontag zum gemeinsamen Gesang und Gebet zu treffen, betonte Dieter Geuenich in seinen einführen Worten, wobei er Pfarrer Thomas Herrmann von der evangelischen Gemeinde, Gemeindevorsteher Christian Sigwarth von der Neuapostolischen Gemeinde, Irmgard Meiners-Schuth als Vertreterin der katholischen Gemeinde und neu als Gast aus Vörstetten Pfarrer Martin Haßler besonders willkommen hieß.
Für Denzlingen sei die Severin-Kirchenruine – nicht zuletzt durch die Ausgrabungen der Jahre 2007 bis 2013 – zu einem „ganz besonderen Ort“ geworden. Jetzt wisse man, dass an diesem Ort bereits vor dem Jahr 1497 die Mutterkirche, die älteste Pfarrkirche in dieser Region, stand. Dieser exponierte Ort auf dem Berg habe eine lange Geschichte: Über viele Jahrhunderte hätten Menschen in diesem Kirchenraum gebetet und gesungen. Hier seien Kinder getauft und Ehen geschlossen worden. Hier habe man aber auch trauernd Abschied genommen von verstorbenen Männern, Frauen und Kindern.
Gedanken zum ökumenischen Miteinander trugen neben den genannten Vertretern der Gemeinden auch weitere Personen vor, die sich zuvor in einem Vorbereitungsteam Gedanken darüber machten, wie „der Geist von Pfingsten“ in der Gegenwart wirken könne. Pfingsten sei das „Anti-Babel“ und die „Geburtsstunde des Friedens“, betonte Thomas Herrmann. Es gehe nicht darum, „dass alle dasselbe sagen müssen“; vielmehr um die „Bereitschaft, dem anderen wirklich zuzuhören.“ Der „Geist des Verstehens“ befähige uns zu „Worten, die nicht trennen, sondern versöhnen“. Pfarrer Martin Haßler schloss die ökumenische Feier mit einem Lied, wobei er auch sein Können an der Gitarre verriet. Getränke mit Hefezopf hatten schließlich Helfer zum Gespräch nach dem Gottesdienst vorbereitet.
