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Kreis hat wieder zwei Landtagsabgeordnete: Stefanie Wernet und Rüdiger Tonojan sichern sich jeweils einen Sitz in Stuttgart

In Baden-Württemberg wurde am Sonntag zum 18. Mal der Landtag gewählt. Dabei gewannen die Grünen (30,2 Prozent) hauchdünn vor der CDU (29,7 Prozent). Ebenfalls den Sprung ins Stuttgarter Parlament schafften die AfD (18,8 Prozent) und die SPD (5,5 Prozent).

Noch vor vier Wochen hatten die Umfragen ein anderes Bild ergeben. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Grünen zehn Prozent hinter der CDU. Deren Spitzenkandidat Manuel Hagel ließ auf der Zielgeraden jedoch Federn. Zwei peinliche Internet-Videos warfen die Frage auf, ob der junge Ehinger der richtige für den Posten des Ministerpräsidenten sei. Konkurrent Cem Özdemir hingegen blieb souverän und überzeugte bei den TV-Debatten. Die Taktik der Grünen, auf eine Personenwahl zu setzen, ging auf. Im Vergleich zu Hagel trauten die Menschen in Baden-Württemberg dem 60-jährigen Bad Uracher die Nachfolge Kretschmanns eher zu.

Schon vor der Wahl hatte eine Fortführung der bestehenden Landesregierung als wahrscheinlich gegolten. Das Ergebnis vom Sonntag beseitigte die letzten Zweifel. Mit der AfD, die ihr Ergebnis von 9,7 auf 18,8 Prozent verbessert hat, und der SPD, die von 11,0 auf 5,5 Prozent, ist die Opposition auf zwei Fraktionen geschrumpft. Die FDP verabschiedete sich mit 4,4 Prozent aus dem Landtag. 2021 hatte sie noch 10,5 Prozent erzielt. Ebenfalls nur 4,4 Prozent holte die Linke – obwohl die Umfragen auf einen erstmaligen Einzug hingedeutet hatten. Die Wahlbeteiligung lag landesweit bei 69,6 Prozent.

Auch im Wahlkreis 49 Emmendingen, der deckungsgleich mit dem Landkreis ist, war die Person Özdemir entscheidend. Bei den Zweitstimmen, die maßgeblich für die Sitzverteilung im Landtag ist, gewannen die Grünen (32,9 Prozent) klar vor der CDU (28,7 Prozent). Stark waren sie dabei in den Städten. In Denzlingen lagen sie bei 40,4 Prozent, in Emmendingen und Waldkirch bei 38,8 Prozent bzw. 38,2 Prozent. Davon profitieren konnte der amtierende Landtagsabgeordnete Rüdiger Tonojan. Obwohl er das Direktmandat verpasste, zieht er erneut ins Stuttgarter Parlament ein. Der 44. Listenplatz reichte dem 53-jährigen Fotografen. Die AfD kam im Wahlkreis auf 15,7 Prozent, die SPD auf 6,9 Prozent, die Linke auf 4,3 Prozent und die FDP auf 3,6 Prozent.

Gefeierte Siegerin war die CDU-Kandidatin Stefanie Wernet. Die 44-jährige Rechtsanwaltsfachangestellte aus Winden sicherte sich mit 33,9 Prozent das Direktmandat. Hinter ihr folgten Rüdiger Tonojan (Grüne) mit 26,4 Prozent, Rolf Heckmann (AfD) mit 15,7 Prozent, Martina Fuhrmann (SPD) mit 9,2 Prozent, Michaela Rotermund-Kaplan (Die Linke) mit 4,7 Prozent, Christina Hesse (Freie Wähler) mit 4,3 Prozent und Matthias Mand (FDP) mit 3,6 Prozent der Stimmen. Interessant: Wernet hatte alles auf eine Karte gesetzt. Da sie keinen CDU-Listenplatz hatte, war der Gewinn des Direktmandats ihre einzige Chance. Verlassen konnte sie sich dabei auf das Elztal. In Waldkirch kam sie auf 34,5 Prozent, in Gutach auf 42,7 Prozent und in Simonswald, Elzach, Biederbach und Winden sogar auf über 50 Prozent der Stimmen.

Darüber freuen können sich einerseits die Christdemokraten im Kreis. Für sie holte die Elztälerin nach zehn Jahren endlich wieder einen Sitz im Landtag. Anderseits sind dies auch positive Nachrichten für den Landkreis Emmendingen. Nachdem von dort in den vergangenen fünf Jahren nur ein Vertreter in Stuttgart saß, sind es nun wieder zwei Abgeordnete, die im Landtag „mitschwätze“ dürfen. Noch ein paar interessante Zahlen: in Forchheim lag der Anteil der AfD bei den Erststimmen bei 22,7 Prozent. Auch in Wyhl, Riegel und Herbolzheim erreichte sie über 20 Prozent. Die Wahlbeteiligung im Landkreis lag diesmal bei 71,9 Prozent. Die Feststellung des endgültigen Ergebnisses für den Wahlkreis erfolgt in der öffentlichen Sitzung des Kreiswahlausschusses am kommenden Freitag.

Text: Daniel Gorzalka / Fotos: Privat (Wernet), Lena Lux (Tonojan)