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Ganz neue Attraktion: Boule

Fliegende Kugeln und ungestörte Proben – das Tuniberghaus wird aufgewertet

Freiburg-Tiengen. Rund um das Tuniberghaus in Freiburg Tiengen gibt es gleich zwei gute Nachrichten. Während vor dem Gebäude seit Kurzem unter schattigen Bäumen eine neue Boulebahn zum Spielen und Begegnen einlädt, soll im Inneren bald ein dauerhafter Insektenschutz für angenehmere Proben für drei probende Vereine sorgen.

Am Montag, 11. August, wurde die neue Boulebahn an der westlichen Seite des Tuniberghauses offiziell eröffnet. Sommerabend, Kugelklang und ein schattiger Treffpunkt für Tiengen: Bei sommerlichen Temperaturen begrüßten Ortsvorsteher Oliver Schlatter und Ortschaftsrat Dr. Carsten Schwan die Gäste zum ersten Wurf. Schnell zeigte sich, dass das französische Kugelspiel nicht nur Geschick, sondern vor allem Freude am gemeinsamen Spielen weckt. Für die passende Erfrischung sorgte ein örtlicher Winzer, der kostenlose Getränke für die zahlreichen Gäste bereitstellte.

Die entspannte Atmosphäre machte deutlich, welches Potenzial in der neuen Anlage steckt. Die Bahn bietet einen Ort für spontane Begegnungen, für kleine sportliche Wettkämpfe und für gemeinsame Stunden im Freien. Oliver Schlatter äußerte gegenüber dem ReblandKurier die Hoffnung, dass sich die Boulebahn großer Beliebtheit erfreuen und vielleicht auch das eine oder andere Turnier stattfinden werde. „Wir erwägen außerdem die Anschaffung eines Boulesets, das künftig über die Ortsverwaltung ausgeliehen werden könnte“. Damit wäre die Nutzung auch für alle möglich, die keine eigenen Kugeln besitzen.

Frischluft ohne Fliegenbesuch

Nur wenige Tage später beschäftigte sich der Ortschaftsrat in einer Sondersitzung am 18. August mit einer weiteren Verbesserung für das Tuniberghaus. Im Mittelpunkt stand der Probenraum auf der östlichen Gebäudeseite. Die Tiengen Voices, der Musikverein Tiengen und der Jugendmusikverein nutzen diesen zum Proben. Gerade in den Sommermonaten müssen die Vereine beim Singen und Musizieren häufig die Fenster öffnen. Das sorgt zwar für frische Luft, lockt aber auch zahlreiche Insekten in den Raum. Gerade die massive Ausbreitung der Tigermücke macht allen Beteiligten zu schaffen. Der Musikverein Tiengen hatte deshalb zunächst über eine eigene Lösung nachgedacht, bei der Fliegengitter zu jeder Probe angebracht und anschließend wieder abgenommen werden müssten. Die Ortsverwaltung sprach sich jedoch für einen dauerhaften Insektenschutz unter Aufteilung der Kosten aus. Ein Fachbetrieb aus Merdingen legte ein Angebot über 1425 Euro vor.

Die Finanzierung des Insektenschutzes

Da das Gebäudebudget der Gemeinde für dieses Jahr bereits ausgeschöpft ist, soll die Finanzierung über einen Zuschuss aus den Verfügungsmitteln sowie über die drei nutzenden Vereine erfolgen. Der Ortschaftsrat war sich einig über den Beitrag, den die Vereine für Tiengen leisteten und beschloss mit einer Enthaltung einen Zuschuss von 1100 Euro. Den verbleibenden Betrag wollen die Tiengen Voices, der Musikverein Tiengen und der Jugendmusikverein zu gleichen Teilen übernehmen.

Die Sondersitzung war nötig geworden, weil die Bestellung noch rechtzeitig erfolgen soll. Oliver Schlatter erläuterte nach der Sitzung zum ReblandKurier: „Mit einer Lieferzeit von vier bis fünf Wochen besteht die Aussicht, dass der Insektenschutz noch in diesem Jahr allen drei Vereinen seinen Nutzen bringt.“ Draußen unter den Bäumen laden künftig Boulekugeln zum Rollen ein, drinnen können die Vereine bald bei geöffneten Fenstern musizieren und singen, ohne dass Insekten sie stören. Mit der neuen Boulebahn und den geplanten Fliegengittern gewinnt das Tuniberghaus auf zwei ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen angenehme Arten an Lebensqualität. Martin Büttner