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Eine Schule wird begrünt

Beschattung des Schulhofs / Beschlüsse zu Bebauungs- und Flächennutzungsplänen

Ihringen. Bei großer Hitze lernt es sich schlecht. Und auf einem sonnenüberfluteten Schulhof bringen auch die Pausen keine wirkliche Abkühlung. Die Aufzeichnungen der Klimaanalyse des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald weisen den Schulhof der Neunlindenschule gar als Hitze-Hotspot aus. Vor diesem Hintergrund hat der Förderverein der Neunlindenschule in Zusammenarbeit mit der Gemeinde einen Plan für eine natürliche Beschattung durch eine Bepflanzung des Schulhofs entwickelt.

In der September-Sitzung des Gemeinderats stellten Schulleitung, Förderverein und Gemeinde das Projekt vor. Dieses sieht eine Anpflanzung von vier jeweils 9 Meter hohen Bäumen vor der Südfassade des Altbaus vor. „Bisher sind lediglich 15 Prozent des Schulhofs für insgesamt 450 Schüler beschattet“, erläuterte René Ketterer vom Förderverein die Ausgangslage.

Kosten und Finanzierung

„Eine natürliche Beschattung durch eine Bepflanzung mit Bäumen ist ökologisch und ökonomisch die beste Lösung“, führte Klimamanager Jannis Schwärzli aus. Gerechnet wird mit Kosten von circa 20.000 Euro je Pflanzung. Die Finanzierung sei zu 80 Prozent durch Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ gedeckt, den Restbetrag würde der Förderverein übernehmen.

Die Gemeinde müsse lediglich in Vorleistung treten, bis die bereits bewilligten Fördermittel zur Auszahlung kämen. Die Befürchtung von Elvira Röder (Bürgerliste Plus), ob durch eine solche Bepflanzung nicht viel Aufenthaltsfläche verloren gehe, konnte Schulleiter Wolfgang Hartmann entkräften: „Die Kinder präferieren klar den Schatten. Der Mehrwert von beschatteten Sitzmöglichkeiten übersteigt deutlich die Verringerung der Aufenthaltsfläche.“ Dieses Argument überzeugte das Gremium, das einstimmig die Umsetzung des vorgeschlagenen Konzepts beschloss. Die Bepflanzung des Schulhofs soll noch in diesem Herbst erfolgen.

Gewerbegebiet „Hinterschwemme“

Weiter befasste sich der Gemeinderat mit dem Gewerbegebiet „Hinterschwemme“ am südlichen Ortsrand. Da sämtliche Flächen größtenteils bebaut oder verkauft sind, ist eine Erweiterung zur Deckung des Bedarfs ortsansässiger Betriebe unumgänglich. Bürgermeister Benedikt Eckerle wies auf mögliche Folgen fehlender Gewerbeflächen hin: „In Einzelfällen sind bereits Betriebe in benachbarte Gemeinden abgewandert.“

Christian Sammel, Geschäftsführer der mit der Erstellung des Bebauungsplans „Hinterschwemme Süd“ beauftragten FSP Stadtplanung GmbH, erläuterte die Eckpunkte der Planung: „Wir haben mehr Grünflächen eingeplant. Während das Schmutzwasser in die Kanalisation geleitet wird, verbleibt das Regenwasser in der Fläche. Ausgleichsflächen sind in Ihringen und Gündlingen indirekt an der Gemarkungsgrenze ausgewiesen.“

Nach der Beantwortung inhaltlicher Fragen beschloss der Gemeinderat bei einer Enthaltung die Offenlage des Bebauungsplans „Hinterschwemme Süd“. Ohne Aussprache jeweils einstimmig erfolgten die Beschlüsse zu punktuellen Änderungen der Flächennutzungspläne „Hofgut Lilienhof“ in Ihringen, „Emletweg rechts“ in Merdingen und „Solarpark Hochstetten Deponie“. Werner Seger