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Sportliches Sommerfeeling im Bad

Herbolzheim (slw). Sport und Musik. Deutschland gegen Italien. Die Schlagzeilen hätten nicht spektakulärer ausfallen können. Im Terrassenfreibad kam es zu einem ungleichen Wettstreit. Die Mannschaftspräsentation der SG Kenzingen/Herbolzheim löste ein erstes Sommerfeeling aus, das im Anschluss der Italo-Sänger Aldo Celentano mit seinem Konzert toppte.
Die After-Work-Beachparty war zweigeteilt. Zuerst wurden zehn Handball-Nachwuchsmannschaften vorgestellt, danach die Damenmannschaft und drei Herrenteams. Den weitaus lauteren Part war Aldo Celentano überlassen, der einen mitreißenden italienischen Abendausklang gestaltete.
Die Jüngsten bekamen den Vortritt. Die Kulisse vor dem Eintauchbecken – für viele fremd. Die kleine Bühne galt als Einstieg für das große Parkett. Im September beginnen die Rundenspiele. Handball hat im nördlichen Breisgau Zukunft. Bis auf eine weibliche A-Jugend präsentierte die SG in jeder Altersklasse eine Mannschaft, die den Kampf um Punkte aufnimmt.
„Bock auf Handball“ Bernd Guth übt mit Minis und Bambini. Die Vier- bis Fünfjährigen wuseln kindorientiert bei der Sache, lobte der Bezirksligameister. Den Titel feierte er nach eigenen Angaben noch im letzten Jahrtausend. Die weibliche E-Jugend ist auf Trainersuche, die gleichaltrigen Jungs haben „Bock auf Handball“. Eine starke Abwehr ist Rückhalt der D-Mädchen, die laut den Coaches in Sachen Motivation verbesserungswürdig seien.
Über viel Potenzial verfügen die C-Mädchen wie Jungen, die auch nötig sein wird, denn in den höheren Liga ist anspruchsvoller Handballsport an der Tagesordnung. Unbändige Willenskraft ist allen Mannschaften zu attestieren. Nicht von ungefähr die imponierende Bilanz in den Qualifikationsrunden um den Aufstieg. Sämtliche Entscheidungen fielen zugunsten der SG aus.
Das erklärte Ziel der B-Mädchen ist Platz eins. Ob die Techno-Musik in der Kabine vor den Spielen den nötigen Motivationsschub verleiht, bleibt abzuwarten. Die B-Jungs nehmen das Abenteuer Oberliga dankend an. Seit Pfingsten ist der Kader bereits in den Vorbereitungen und trainiert dreimal wöchentlich. Auch die A-Jugend hat die Qualifikation zur Oberliga nach beeindruckendem Saisonverlauf im wahrsten Sinne des Wortes gemeistert. Das Ziel muss der Einstieg zu den aktiven Mannschaften sein.
Die Moderation wechselte zu Manfred Schäfer. Die Damen möchten in der Bezirksliga Süd den Klassenerhalt frühzeitig sichern. Mehr geht aber immer. Die Herren 2 und 3 werden von Christian Fabri betreut, der die Formationen vom Hobbyspieler zum Bindeglied der ersten Garnitur ausbilden will.
Leistungsmäßig mithalten Große Spannung herrschte, als Trainer Jürgen Brandstaeter und Manager Thomas Mutschler ihr Personal vorstellten. Zuerst gilt es, mit der Konkurrenz in der Oberliga Baden-Württemberg leistungsmäßig mitzuhalten. Die Zugänge stimmen die Verantwortlichen optimistisch. Auf südbadischer Ebene fristet die SG eher ein Mauerblümchendasein. Es kommt nur zu einem echten Derby mit dem TuS Schutterwald. Das heißt aber auch, ein großer finanzieller Kraftakt geht einher. Mutschler rechnet mit um die 2.500 Kilometer Anreisen zu den Auswärtsspielen.
Italien ist nicht gerade ein Großkaliber im Handball. Die Azzurri rühmen sich eher der Kunst, Mode und Pasta oder eben ihrer Musiklegenden. Wie dem Sänger und Schauspieler Adriano Celentano. Sein größter Fan ist gleichzeitig sein Live-Double: Aldo Celentano; er brachte die größten Hits seines Vorbilds auf die Schwimmbadbühne. Eigentlich tritt er gerne mit seinem Ferrari oder Porsche auf, doch der schmale Nebeneingang ließ nur eine bescheidene Fiatvariante zu. Mit viel Vorschusslorbeeren kündigte ihn die Betriebsleiterin Monja Ludin an: „Unter ihm geht Unglaubliches ab.“ Was es zu beweisen galt.
Dem donnernden Applaus folgte eine viertelstündliche Zwangspause durch Gewitter und Regenschauer. Die Stimmung kühlte indes nicht ab. Aldo Celentano nahm, nachdem die Blumenkübel wieder platziert waren, sogleich wieder Fahrt auf. Mit seiner charismatisch tief anmutenden Stimme und der authentischen Darbietung erweckt er die Legenden der italienischen Musik zum Leben, bringt das Flair von La Dolce Vita direkt nach Herbolzheim. Aldo Celentano, mit bürgerlichem Namen als Cataldo Scandale ein unbekanntes Wesen, gestand, noch nie vor so einem großen Schwimmbadpublikum aufgetreten zu sein. Es war seine Premiere, bei der nur die Gäste baden gingen.
„Absolut top gelungen“ Getanzt, geschlemmt, gefeiert wurde bis nach Mitternacht. Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren. Soviel Leute bei solche einzigartiger Stimmung hat Manfred Schäfer im Herbolzheimer Terrassenfreibad noch nicht erlebt. Er selbst hilft als Rettungsschwimmer des öfteren aus. Auch Handball-Manager Thomas Mutschler bilanzierte: „Absolut top gelungen.“ Des Erfolges wegen wird bereits über eine Wiederholung im nächsten Jahr laut nachgedacht.