Ein Dorf teilt sich zwei Fußball-Lager: Am Freitag findet in Köndringen das Nord-Süd-Derby statt
Übermorgen ist es wieder so weit. Auf dem Köndringer Sportplatz steigt am Freitag, 19. Juni, die zwölfte Auflage des Nord-Süd-Derbys. Ab 19 Uhr teilt sich das sonst so eingeschworene Dorf für einen Abend augenzwinkernd in zwei getrennte Fußball-Lager.
Mit dem Kult-Kick begeht der TV Köndringen den Abschluss der abgelaufenen Spielzeit. Mit dem Verlauf kann die 1. Mannschaft mehr als zufrieden sein. In der Bezirksliga packte das Team von Spielercoach Karsten Kranzer und Co-Trainer Marco Romano den Klassenerhalt früh in trockene Tücher. Vor allem in der Rückserie trumpfte man stark auf. Junge Spieler wie Niklas Rupp, Deven Kern, Keanu Drumm oder David Fournier vollzogen den nächsten Entwicklungsschritt. Den neunten Platz hat sich die Mannschaft redlich verdient – genauso wie den Kurztrip auf die Insel Mallorca, wo die Kicker in diesen Tagen feiern.
Nord-Süd-Derby
Am Freitag wird der Tross wieder zurück in Köndringen sein. Auf dem eigenen Sportgelände geht die Party weiter. Zum zwölften Mal findet dort das Derby zwischen den Dorfbewohnern, die südlich der Bundesstraße leben, und den Köndringern, die nördlich der Hauptachse wohnen, statt. Seit Tagen schon fiebern die Einwohner auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs dem Kult-Kick entgegen. In den Straßen hängen Spruchbänder, Fahnen und Wimpelketten. Im Bistro Taki fand sogar eigens eine Pressekonferenz mit den Vertretern beider Teams statt.
Im Gesamtklassement steht es derzeit 6:5 für den Süden. Nach zuletzt zwei Siegen in Serie will die Truppe von Coach Pascal Helm den Titel-Hattrick eintüten und punktemäßig davonziehen. Dabei schwört die in blau-weiße Equipe auf bewährte Kräfte wie Semjon Kern, David Fournier oder den Handballer Maximilian Endres. Erstmals wurde außerdem der 18-jährige Nouri Rösch in den Kader berufen. Und: zur Einschüchterung des Gegners hat das Management des Südens diesmal vor dem Anpfiff eine „himmlische“ Überraschung vorbereitet.
Auf der Gegenseite streben die Kicker aus dem Norden den Ausgleich im Gesamtklassement an. Die Mannschaft von Trainer Yvo Bührer setzte bereits vor einigen Tagen ein erstes Ausrufezeichen. Auf dem Hungerberg leuchtet seither jeden Abend in vier riesigen Lettern der Schriftzug „NORD“. Die Kaderplanungen für den Freitag hat die sportliche Leitung abgeschlossen. Angeführt werden die in weiß und schwarz gekleideten Kicker von Karsten Kranzer, Stefan Trautmann und Bernhard Wieske. Wie immer wird zum Einlauf das eigens umgedichtete Lied „Nur der Norden vor“ erklingen.
Am Spielfeldrand wird alles angerichtet. Dort werden wieder mehrere Hundert weiß und blau gekleidete Dorfbewohner ihr Team lautstark nach vorne peitschen. Wegen der Überraschung sollten sich die Fans schon um 18.30 Uhr – also eine halbe Stunde vor dem Anpfiff – auf dem Sportgelände einfinden. In der Halbzeitpause ist ein Auftritt einer der TVK-Tanzsportgruppen vorgesehen. Nach der Pokalübergabe und den Trainerinterviews wird im Bewirtungsbereich und in der Elzdamm-Bar weitergefeiert. Tipp: Christian Fischer bietet am Smoker erstmals seine Barbecue-Spezialitäten an.
Grümpelturnier und Public Viewing
Eingebettet ist das Nord-Süd-Derby wie immer in das Sportfest. Dieses geht am Samstag ab 12 Uhr mit dem Grümpelturnier weiter. Bei Organisator Lars Storz-Renk sind bislang mehr als zwei Dutzend Anmeldungen eingegangen. Gegen 19.30 Uhr ist das Finale vorgesehen. Werden die „Bananenbieger“ ihren Titel verteidigen? Um Punkt 20 Uhr findet die Ziehung der Tombola-Preise statt. Noch am Freitag und den ganzen Samstag lang können hierfür Lose erworben werden. Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 12.000 Euro, darunter ein E-Bike im Wert von 3.000 Euro. Und ab 18 Uhr bietet „Didi“ aus Landeck frische Hähnchen am Holzofengrill an.
Wer am Samstagabend den zweiten Auftritt der DFB-Elf bei der Weltmeisterschaft sehen möchte, kann gleich auf dem Sportfest bleiben. Ab 22 Uhr wird auf einer Leinwand das Gruppenspiel der „Nagelsmänner“ gegen die Elfenbeinküste ausgestrahlt. Die drei auf zwei Meter große Projektionsfläche wird zwischen dem Sportheim und der Wechselbrücke aufgebaut und in Richtung Bewirtungsbereich ausgerichtet. Aufgrund der späten Anstoßzeiten sind Public Viewing-Veranstaltungen bei der WM diesmal rar gesät. Der TVK bietet am kommenden Samstag daher eine der wenigen Gelegenheiten, die Partie unter freiem Himmel zu genießen.
Text und Archivbild: Daniel Gorzalka

