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Sanierung ist beendet

Abgeschlossen wurden in Bad Krozingen die Maßnahmen im Sanierungsgebiet „An der B3“

Bad Krozingen. Von 2010 bis 2026 hat Bad Krozingen für das Sanierungsgebiet „An der B3“ Mittel aus dem Städtebauförderprogramm von Land und Bund bekommen. In dieser Zeit hat sich das städtische Bild rund um die jetzige Neue Mitte maßgeblich verändert. Mit dem Abschluss der Sanierung des Rathausaltbaus wurde das Projekt abgeschlossen.

Normalerweise sind Gemeinden acht bis zehn Jahre in einem Sanierungsprogramm, in Bad Krozingen wurde es immer wieder verlängert. Die Gründe waren vielfältig. „Hier ist Großes bewegt worden“, fasste Florestan Ballstaedt, der beim Dienstleister Kommunalkonzept über viele Jahre hinweg die Sanierungsmaßnahmen begleitete. In Bad Krozingen seien im Laufe der Jahre alle Sanierungsbereiche bearbeitet worden. „Das haben wir sonst nicht. Doch das Ergebnis ist nun für die Bürger sichtbar“, so Ballstaedt.
2010 begann die Maßnahme mit der Festlegung des Sanierungsgebietes, das jedoch im Verlauf vergrößert wurde, um etwa den Skatepark beim Berufsschulbildungszentrum, ein Wunsch aus der Bürgerschaft, realisieren zu können. Ziel der Maßnahmen war eine funktionale und gestalterische Aufwertung der Stadtmitte im Zuge der Verlegung der B3, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Stadtmitte, die Modernisierung städtischer Gebäude sowie die Ermöglichung privater Modernisierungsmaßnahmen.
Meilensteine im Rahmen der Arbeiten im Sanierungsgebiet waren der Erwerb und Abriss der Gebäude an der Basler Straße, der heutigen Neuen Mitte, sowie die Neuordnung des Straßenverkehrs in diesem Bereich. Eineinhalb Jahre dauerten etwa alleine die archäologischen Grabungsarbeiten auf dem Rathausplatz an, bei denen bedeutsame Funde zu Tage kamen, die einiges über die Geschichte von Bad Krozingen verraten. So stand hier um 1150 eine Ortsburg, auch ein römischer Brunnen und ein Friedhof wurden gefunden. Ein herausragender Fund war etwa der Torschlüssel, restauriert kann er heute im Stadtmuseum angeschaut werden. Insbesondere die Planungen der Neuen Mitte wurden durch eine intensive Bürgerbeteiligung begleitet von 2014 bis 2015 fanden sechs Bürgerwerkstätten, zwei Bürgerversammlungen sowie Vorstellungen im Gemeinderat statt. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden die Vorgaben für den Architekten- und Investorenwettbewerb ausgearbeitet. „Über 90 Prozent der Ideen der Bürger sind damals in die Ausschreibung geflossen“, freut sich Oberbürgermeister Volker Kieber über den hohen Grad der Bürgerbeteiligung, auch wenn es gerade für die Neue Mitte nach der Fertigstellung viel Kritik gegeben habe.
Enge Gehwege, hohe Bordsteinkanten und viel Durchgangsverkehr prägten vor der Umgestaltung die Bad Krozinger Innenstadt. Heute sind es breite Gehwege, barrierefrei auf Straßenebene sowie eine verkehrsberuhigte Zone, die die Attraktivität der Stadt erhöhen sollen. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen ist auch der große Parkplatz am Schloss entstanden, unter besonderen Voraussetzungen im Grabungsschutzgebiet.
Zwischen 2010 und 2026 hat die Stadt Bad Krozingen 8 Millionen Euro Finanzhilfen von Bund und Land bekommen und damit Investitionen in Höhe von insgesamt 24,7 Millionen Euro getätigt. „Wir schaffen Arbeitsplätze und stärken regionales Handwerk“, betonte Kieber in seinem Rückblick auf die Maßnahmen im Sanierungsgebiet. Hinzu kommen die geförderten Investitionen der privaten Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet. „Von der deutlichen Wertsteigerung profitieren auch die Eigentümer von den Maßnahmen“, so Kieber. Annika Willscheid