WZO

„Das Bewässern ist in diesem Jahr eine große Herausforderung“

Herbolzheim (heb). Jeder, der nur ein paar Balkonkästen zu pflegen hat, um über den Sommer mit einer schönen Blütenpracht belohnt zu werden, weiß was das für eine Arbeit verursacht.
Welke Blätter abzupfen, gießen und auch düngen. Man braucht einfach einen grünen Daumen und ein gutes Händchen, um die Pflanzen auch schön durch den Sommer zu bringen. In diesem Jahr macht natürlich die extreme Trockenheit und Hitze zu schaffen, von daher ist sehr viel gießen angesagt. Was im Kleinen schon sehr viel Arbeit ausmacht ist im Großen ein Vielfaches mehr. Im Bauhof kümmert sich in erster Linie René Kühnert um die gärtnerischen Tätigkeiten. Dabei ist unglaublich viel zu erledigen. Was das im Einzelnen ist, darüber sprach er mit Heike Scheiding-Brode vom Breisgauer Wochenbericht.
„Für die Sommerbepflanzung der Stadt brauchen wir circa 5.000 Pflanzen, welche in Blumenkästen, Blumenkübeln oder Beeten gepflanzt werden“, erklärt Kühnert. In Summe sind es rund 170 Blumenkästen, 50 Wechselkübel, 50 feststehende Blumenkübel, ein größeres Pflanzbett im Stadtpark und sieben Blumenpyramiden für die Sommermonate. Für die Herbt/Frühjahrssaison pflanzt der Bauhof rund 5.000 Hornveilchen in verschiedenen Farben, inklusive dem so genannten Herbstzauber mit Chrysanthemen und verschiedenen Gräsern in Blumenkübeln entlang den Straßen.
Auch drei Kreisverkehre Kühnert betont weiter: „Wir haben drei Kreisverkehre, die mit mehrjährigen Stauden angelegt sind.“ Einer von ihnen soll diesen Winter umgestaltet werden. Außerdem begeistert das Auge der Betrachter die vielen Staudenbeete entlang der Straßen. Diese Beete sind mit den Insekten- und bienenfreundlichen Blumenwiesen eine wahre Pracht zum Ansehen und bieten außerdem viel für den Naturschutz und dabei für Bienen und Insekten sowie weiteren kleinen Lebewesen.
Die Herausforderung des Gärtners sei das Gepflanzte zu erhalten, was gerade dieses Jahr zu einer ziemlich großen Herausforderung geworden ist.
Hier spricht der Gärtner natürlich von der extremen und langen anhaltenden Trockenheit. „Außerdem ist es eine Kunst, immer wieder ein Farbenspiel in den Blumenarrangements zu gestalten und dabei trotzdem relativ pflegeleicht, das Ganze zu halten.“
Die Pflanzen werden bei einer Gärtnerei gekauft, diesen regionalen Gedanken möchte man so weit wie möglich, beibehalten.
Dem Leben einen Raum geben „Die Philosophie des Gärtners bedeutet Geduld, Achtsamkeit, Akzeptanz, Bescheidenheit und Hoffnung, kurz gesagt, dem Leben Raum zu geben, es aufmerksam zu begleiten und zu akzeptieren das Wachstum seine eigene Zeit hat“, sagt Kühnert. Das Bewässern sei in diesem Sommer eine große Herausforderung, die Sommerpflanzen bekommen täglich Wasser und die mehrjährigen Pflanzen (Stauden) kommen bei der jetzigen Trockenheit mindestens einmal die Woche Wasser.
Eine direkte Lieblingspflanze hat René Kühnert nicht: „Ich mag eigentlich alles, von A wie Aster bis Z wie Zitrone.“ Seit 2001 ist er als Gärtner bei der Stadt Herbolzheim angestellt. „Seitdem habe ich in unserer schönen Stadt viele botanische Veränderungen erlebt, sei es mit einem lachenden oder einem weinenden Auge“, weiß er. Die Zerstörungswut bei den Blumen und Pflanzen habe nachgelassen, aber es gebe schon manchmal Fälle, bei denen einem die Haare zu Berge stehen oder fast Tränen die Augen bedecken.
Die Arbeit des Gärtners stößt nicht immer auf Akzeptanz, aber überwiegend schafft man Freude. „Ich freue mich, wenn man aus der Bevölkerung darauf angesprochen wird und ein Lächeln als Dank für seine Arbeit erntet.“