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Lokale Zeitdokumente aus 50 Jahren

Ettenheim (hpb). Am Dienstag, 25. August, wird im Bürgersaal die offizielle Übergabe der Bilddateien der Fotografin Ulrike Hiller an die Stadt Ettenheim erfolgen.
Angefangen hat alles im Jahre 1958, als sie in ihrer Heimatstadt Rastatt im dortigen Fotogeschäft Haase ihre Lehre als Fotografin von der Pike auf begann. „Es waren wahrlich keine Herrenjahre“, berichtet sie noch heute, „aber ich habe alles gelernt, was ich für den Beruf brauchte“. Bald nach der erfolgreich abgeschlossenen Lehre zog es sie nach Freiburg, wo sie bei Photo-Stober als Fotografin tätig war, dabei auch Fotoreportagen durchführte und gleichzeitig in allen Bereichen der Be- und Verarbeitung von Schwarz-Weiß-Fotos aktiv war. 1966 erfolgte die Familiengründung mit der gleichzeitigen Einrichtung eines kleinen Fotostudios für Familienaufnahmen und Feste in Friesenheim.
Der erste Bericht Hier begann auch Anfang der 1970er-Jahre mit ihrem ersten Bericht – dem Brand des Gasthauses Krone in Friesenheim – die aktive Tätigkeit für die lokalen Medien. Sie war in der weiten Gegend von Lahr unterwegs und lieferte brandaktuell Fotos von Veranstaltungen, Unfällen und sonstigen Geschehnissen und war für die Lahrer Redaktionen umfangreich tätig. Nach Ettenheim kam sie ab 1976 regelmäßig, ihr erster Auftrag hier war die Investitur von Pfarrer Bernhard Kleiser.
Die Filme wurden zuhause in der eigenen Dunkelkammer entwickelt und dann Bilder und Text in die Redaktionen gebracht. „Damals und bis ins Jahr 2002 war noch die intensive Laborarbeit wesentlicher Teil doch recht harter Tätigkeit in der Dunkelkammer mit den Chemikalien und einer Technik, die nicht nur Zeit, sondern auch Können und Erfahrung erforderte“, stellt Ulrike Hiller rückblickend fest.
Wohnsitz nach Ettenheim verlegt Daran änderte sich auch nichts, als sie 1981 mit ihren zwei Töchtern nach Ettenheim zog und seitdem hier ihren Wohn- und Arbeitsbereich ebenfalls als selbstständige Fotojournalistin etablierte. Und in kürzester Zeit ein umfangreiches Gebiet ihrer Tätigkeit als Fotojournalistin aufbaute. Einerseits beim Ettenheimer Heimatbote, der damals an den Verlag der Badischen Zeitung verkauft wurde, später beim Verlag Stückle, bei dem sie ein Einsatzgebiet innehatte von Ettenheim bis Breisach, dem Elztal und dem nördlichen Breisgau mit den Wochenzeitungen Ettenheimer Stadtanzeiger, Kaiserstühler Wochenbericht, Von Haus zu Haus Denzlingen und Elztäler Wochenbericht. Auch für die Lahrer Redaktionen von BZ und LZ berichtete sie aus Ettenheim und Umgebung.
„Langweilig wurde es mir nie“, erzählt sie heute aus diesen stressigen Jahren, in denen sie tagtäglich zig Kilometer unterwegs war, aus und über Veranstaltungen sowohl mit ihren Fotos als auch mit ihren Texten in der Berichterstattung sehr aktiv war. Und alles zuhause in der eigenen Dunkelkammer verarbeitete sowie zusätzlich für auswärtige Mitarbeiter des Verlages die Abzüge von deren gelieferten Filmen machte. „Einmal, an Fasnacht, kamen allein aus Denzlingen 16 entwickelte Filme, von denen ich die Abzüge für die Zeitung zu machen hatte. Der Tag war für dies alles zu kurz.“
Den Menschen zugewandt Ein besonderes Thema in ihrer Berichterstattung: die Jubilare. Nicht nur „einfach den Fotoapparat draufhalten“, wie ein Redaktionskollege es nannte, sondern sich mit den Personen und ihrer Vita zu beschäftigen und die Leser durch Foto und Bericht daran Anteil nehmen zu lassen, ist auch heute noch Grundlage ihrer Jubilar-Berichterstattung.
„Natürlich gab es auch immer wieder besondere Höhepunkte“, berichtet Ulrike Hiller. Sei es bei Großveranstaltungen, Bürgermeisterwahlen, Festveranstaltungen wie bei der Reb- und Ackerbauzunft in Ettenheim, die Gemeindereform das Stadtjubiläum von 2005 von Ettenheim, die Neujahrsempfänge in den Gemeinden der Region, die Abende der Narrenzünfte oder der Besuch der Landesregierung zum 60. Geburtstag von Helmut Rau. „Da und sonst überall dabei zu sein und zu berichten, das hat mich bis heute immer wieder auf Trab gebracht und mich gestärkt, aber auch persönlich beflügelt, meine anstrengende Tätigkeit als Fotojournalistin mit Begeisterung und Freude auszuüben. Ich bin dabei oft bis an die Grenze der eigenen Kraft gegangen“.
Ein Glücksfall Im Laufe der 50 Jahre sind hunderttausende Fotos entstanden, die heute ein Zeitdokument darstellen. So sammelten sich die Negativstreifen in über 50 Leitzordnern im Keller und nach 2002 auf digitalen Datenträgern, ebenfalls nach Jahren und Monaten in Mappen gesammelt, an und geben ein vielseitiges Bild des Geschehens aus dieser Zeit bis heute. Ein Glücksfall, dass Ulrike Hiller von Anfang an alle Filmenegative in Ordner abgeheftet und die digitalen Bilder auf Datenträger archiviert hat, denn nun kann Dank der intensiven Arbeit von Dr. Jörg Sieger alles in die historische Datenbank für die Stadt Ettenheim übernommen und für die Zukunft als Bildchronik von Ettenheim und der Region für die Nachwelt erhalten werden.