„Ein Gestalter, kein Verwalter“
Nach 24 Jahren als Bürgermeister wurde Michael Benitz nun in Staufen verabschiedet
Staufen. Es sollte eine „kurze und knackige“ Veranstaltung sein. Das war der ausdrückliche Wunsch von Michael Benitz für seine Verabschiedungsfeier im großen Saal des Faustforums. Alle Beteiligten stellten sich der Herausforderung, in etwas mehr als einer Stunde Person und Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters angemessen zu würdigen.
Viele Staufener Bürger, darunter die Gemeinderäte und drei Ehrenbürger, sowie die Amtskollegen der Nachbargemeinden und Landrat Christian Ante hatten sich im großen Saal des Faustforums eingefunden, um den ehemaligen Bürgermeister Michael Benitz zu verabschieden. Bürgermeister Benjamin Bröcker begrüßte Benitz und dessen Familie: „Wir verabschieden heute einen Mann, der die Fauststadt über viele Jahre geprägt hat und dem es nie um seine Person, sondern stets um die Sache ging. Viele Menschen sind gekommen, auch weil sie das Bedürfnis haben, sich zu bedanken.“
Viel Tempo
Bürgermeisterstellvertreter Thomas End gab einen Rückblick über die prägenden Momente der Amtszeit von Michael Benitz. „Er stieg gleich mit viel Tempo ein, das wurde zu seinem Markenzeichen. Die Priorität lag für ihn immer bei den Menschen, den Familien und ihrer Lebensqualität, den Bildungsangeboten für die junge Generation, die er als Investition in die Zukunft betrachtete. Dabei ging es nicht nur um Gebäude, es wurden auch Konzepte entwickelt“, so End. Das Amtsverständnis des scheidenden Bürgermeisters fasste End in einem Satz zusammen: „Der Anstoß muss von mir kommen, das Wichtigste ist aber, den Gemeinderat zu überzeugen“, sei stets das Motto von Benitz gewesen.
Wichtige Meilensteine
Als wichtige Meilensteine nannte End die Gründung der Stadtwerke Müllheim-Staufen, die Sanierung der Altstadt mit ihren historischen Gebäuden und die Weiterentwicklung kultureller Einrichtungen mit dem Bau des Faustforums als „Meisterstück“. Auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei ein zentrales Anliegen gewesen, ebenso die Förderung des Ehrenamtes und der 48 Staufener Vereine. „Die größte Prüfung der 24-jährigen Amtszeit begann mit der Sanierung des Rathauses und der dadurch ausgelösten Hebungsrisse-Katastrophe“, so End. Benitz habe alles in Bewegung gesetzt, um den Betroffenen zu helfen, er habe nicht resigniert, sondern koordiniert und angepackt. „Das größte Bauwerk Ihrer Amtszeit besteht in Vertrauen. Die Bürger haben von Ihrer Arbeit profitiert, deren Spuren überall in Staufen zu finden sind. Danke für 24 Jahre Einsatz für unsere Stadt.“
Ein besonderes Geschenk
Zur Erinnerung an sein früheres Arbeitsumfeld überreichte Bürgermeister Bröcker seinem Vorgänger ein Bild des Künstlers Jürgen Brodwolf, das in seinem Büro hing. Auch Landrat Christian Ante hielt sich in seiner Laudatio an das Gebot der Kürze und hob besonders Benitz’ Engagement für Kunst, Kultur und Bildung hervor, auch schon in seinem Amt als Kreisrat. „Er war ein Gestalter, kein Verwalter.“
Ein Film zum Abschied
Anstelle von Grußworten hatte Hauptamtsleiterin Isabella Schuhmann mit dem Rathausteam einen sehr persönlichen Film zusammengestellt. Darin kamen viele Staufener Akteure, Vereine, Institutionen, Kulturschaffende, Schulkinder vor dem Hintergrund von Stadt und Landschaft ins Bild und zu Wort. Sichtlich bewegt dankte Benitz für den filmischen Rundflug über Staufen, „ich war wirklich gerührt, eine tolle Idee!“
„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“
In alten Unterlagen zur Bürgermeisterwahl 2001 habe er sich nochmals vor Augen geführt, wie er damals in Staufen startete. „Manche meinten, Staufen sei für mich nur ein Schritt auf der Karriereleiter, aber es war meine Karriere. Ich fühlte mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Eine Stadt zu gestalten ist nie die Leistung eines Einzelnen, es kann nur eine Gemeinschaftsarbeit sein“, ist Benitz überzeugt. Er dankte den Bürgern, dem Gemeinderat, allen in der Verwaltung, die ihn unterstützt haben, sowie den Institutionen, Behörden, Vereine, Kirchen, Unternehmen und Ehrenamtlichen. Nicht zuletzt dankte Benitz seiner Familie und betonte: „Staufen wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.“ Dr. Sabine Brandenburg-Frank
